Ist das menschliche Bewusstsein ein Computer? Sind wir neurobiologische Funktionen unseres Gehirns?

Die Aufsätze von Peter Paul Sarnig: „Menschliches und digitalisiertes Bewusstsein. Das Unendliche und die Grenze“, sowie die Studie von Karl Weissenstein: „Sieht ihr Film rot auf rot?“ oder Der Riese Polyphem in der Bewusstseinstheorie“ zeigen, dass eine Reformulierung der bisherigen Erkenntnistheorien in „neurobiologische Korrelaten“ vor großen Problemen steht. Die vollständige Digitalisierung der Bewusstseinsfunktionen ist nur in äußert begrenzten Theorien über das menschliche Bewusstsein möglich, wobei auch hier unlösbare Probleme der Meta-Theorie, ihrer Sprachen und Bewusstseinsniveaus auftreten. Derartig enge Bewusstseinstheorien sind aber andererseits inhumane Verließe, welche die Menschheit in ihrer weiteren Entwicklung schwer behindern. Überdies zeigt sich, dass mit der Einführung der unbedingten und absoluten Essentialität in Logik und Mathematik eine Digitalisierung sowohl dieser beiden Disziplinen als auch der Bewusstseinstheorie unmöglich wird. Schließlich steht eine, die gesamte bisherige Tradition an Bewusstseinstheorien neurobiologisch verändernde und relativierende Theorie bei Prüfung der selbstreferentiellen Konsistenz vor dem nicht unbeachtlichen Einwand, dass dann, wenn alles, was wir an Bewusstseinsprodukten hervorbringen, nur biologisch formulierbare chemische Prozesse sind, diese These selbst in gleicher Weise ein solches Produkt darstellt, das ebenfalls nicht frei über allen anderen Theorien schweben dürfte, sie alle verwaltend, sondern dass auch sie selbst in neurobiologischen Prozessen formuliert werden müsste, und damit, wie alle anderen bisherigen Bewusstseintheorien der Relativierung ihrer selbst zum Opfer fiele.

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