Was kann in der Kunst nach der Postmoderne kommen?

Die Entwicklung der Kunst im 20.Jhd. hat einerseits eine enorme Differenzierung, Partialisierung und Segmentierung hervorgebracht, hat aber vor allem, deutlich beeinflusst von theosophischen Ideen, Bereiche erschlossen, die bewusst und konzise als neben und unabhängig von der Natur konzipiert waren. Am Beginn des 21.Jhd. stehen wir vor einer in der Kunst noch nie entwickelten Palette nebeneinander bestehender Partialrichtungen, die, miteinander inhaltlich inkompatibel, theoretisch offensichtlich nicht in einem Gesamtsystem fassbar erscheinen. Die Postmoderne lehnt daher, als eine Tochter und nicht als Mutter der Moderne, jegliches einheitsstiftendes Konzept der Beschreibung ab, ohne allerdings zu bedenken, dass ein so generelles Postulat gerade das ist, was es bekämpft, nämlich eine einheitsstiftende Theorie! Hans Greimer untersucht in seinem Aufsatz: „Was kann nach der Postmoderne kommen?“, die komplizierten Probleme postmoderner Ansätze. Ein weiteres inhaltliches und formales Problem der Kunst besteht derzeit auch darin, dass die am Beginn des 20.Jhd. entfalteten Strömungen sich in mehrfachen „Aufgüssen“ bereits bestehender Konzepte wiederholen, wodurch eine gewisse Abschlaffung der Gesamtpalette eintritt. Durch die unter Frage 1 erwähnte progressive Grundwissenschaft, die alles an und in der absoluten und unbedingten Essentialität ableitet, ergeben sich für die weitere Evolution der Kunst sowohl formale als auch inhaltliche Neuerungen. Hier sind die in der Gruppe Or-Om erarbeiteten Konzepte und Perspektiven in der Lage, für die nächsten Jahrhunderte Entwicklungslinien aufzuzeigen (z.B. Riemschneider, Burg, Merling, Leifert usw.). Einerseits erweisen sich die bisherigen Partialströmungen als innere Sonderfälle einer Gesamtstruktur, die, in keiner Weise autoritär, einerseits eine Relativierung andererseits aber auch eine Weiterbildung aller bisherigen Richtungen ermöglicht. Dabei wird formales und inhaltliches Neuland erschlossen.

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