﻿{"id":113,"date":"2016-07-31T10:53:52","date_gmt":"2016-07-31T08:53:52","guid":{"rendered":"http:\/\/or-om.org\/_wp\/?page_id=113"},"modified":"2016-08-23T15:11:43","modified_gmt":"2016-08-23T13:11:43","slug":"extendedart","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/or-om.org\/_wp\/arttheory\/extendedart\/","title":{"rendered":"Extended Art"},"content":{"rendered":"<p><span lang=\"IT\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/XT@rt-Dateien\/XT@rt1.gif\" alt=\"\" width=\"547\" height=\"400\" \/><\/span><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h1>XT@rt\u00e3 &#8211; Renato Albertano<\/h1>\n<p><strong>(*2135 &#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 ) <\/strong><\/p>\n<p><strong>Aus: Die Kunst des 22. Jahrhunderts. Tendenzen und Profile. Peter Krein Verlag, Frankfurt\/Main-New York, 2187<\/strong>.<\/p>\n<h2>Entwicklung<\/h2>\n<p><strong>Gesellschaftsmodell <\/strong><\/p>\n<p>Die von der <strong>Gruppe Or-Om<\/strong><sup>\u00a9<\/sup> <a href=\"http:\/\/or-om.org\/\"><u>http:\/\/or-om.org\/<\/u><\/a> entwickelten Kriterien eines Gesellschaftmodells (vgl. etwa bei <a href=\"http:\/\/or-om.org\/Migrationsprobleme.htm\"><u>Raul Kilter)<\/u><\/a> wurden bereits im 21. Jh. auch auf die Positionierung der Kunst und der K\u00fcnstler im Sozialzusammenhang angewendet. Die evolutiven Horizonte f\u00fcr eine zunehmende Universalisierung aller gesellschaftlichen Bereiche wurde durch die Erstellung des <a href=\"http:\/\/or-om.org\/Grundrechtskatalog.htm\"><u>Grundrechtskatalogs Cathrin Horners<\/u><\/a> sichtbar.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Entwicklung der Kunst und der K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeiten war im Gesellschaftsmodell der FIGUR 1 insbesondere die enorme Abh\u00e4ngigkeit von Faktoren der <strong>Ebene der Wirtschaft <\/strong>bedeutungsvoll. Die Kunstprodukte bildeten eigene Faktoren in Mechanismen der <strong>Zirkulation und Spekulation<\/strong> (Kunstmarkt, Auktionsh\u00e4user, Versteigerungsh\u00e4user, Galerien, Kunstvereine, Internet-B\u00f6rsen usw. vgl. insbesondere auch Fu\u00dfnote II). Die wirtschaftliche Lebensgrundlage der K\u00fcnstler wurde h\u00e4ufig vor allem <strong>durch F\u00f6rderung, Sponsoring, M\u00e4zenatentum durch Staat, private Unternehmer und andere Institutionen<\/strong> gesichert, wodurch weitere Abh\u00e4ngigkeiten entstanden.<\/p>\n<p>Auf der <strong>Ebene der Wirtschaft<\/strong> angesiedelt waren die Abh\u00e4ngigkeiten der Kunst im Weiteren von den <strong>Institutionen der Pr\u00e4sentation von Kunst <\/strong>\u00fcber Kunstmanagement, Kuratoren, Direktionen usw. Galerien (staatlich, privat), Kunstforen, Museumsquartiere, Kunsthallen, Museen, einflussreiche private Kunstsammlungen (z.B. Guggenheim Foundation), Kunstmessen, Biennalen usw. offensichtlich. K\u00fcnstlervereinigungen (Secession) bildeten Einheiten der Pr\u00e4sentation, die selbst ma\u00dfgeblich in die obigen Faktoren der Zirkulation und Spekulation der Verteilungsprozesse von Kunst hineingebeugt waren.<\/p>\n<p>Auf der <strong>Ebene von Sprache, Kommunikation und Medien <\/strong>befanden sich weitere Bestimmungsfaktoren der Kunst. Die Vermittlung von Informationen \u00fcber Kunstschaffende erfolgte bekanntlich \u00fcber Medien wie: Schrift in Publikationen (B\u00fcchern, Zeitschriften und Tageszeitungen, Katalogen, Dissertationen), in Literatur zur Kunsttheorie, Kritikerhierarchien und deren Ideologiemilieus, Radio und TV, Internet). Die Tendenz zu provokativer Medienpr\u00e4senz war f\u00fcr K\u00fcnstlerInnen ein bedeutendes Mittel zur Durchsetzung auf dem Kunstmarkt.<\/p>\n<p>Die <strong>K\u00fcnstlerInnen <\/strong>waren abh\u00e4ngig von den obigen Faktoren im Gesamtsystem und nahmen in der Schichtung der Bev\u00f6lkerung im System bestimmte Pl\u00e4tze ein (Hierarchisierung der Position in der K\u00fcnstlersubkultur). Diese Abh\u00e4ngigkeit bezog sich auf die existenzielle Lebensgrundlage durch ihre Positionierung in Zirkulation, F\u00f6rderung, Pr\u00e4sentation und Medieneffizienz. Die Zusammenh\u00e4nge bedingten stets unterschiedlichen Anpassungsleistungen oder auch Ausschlie\u00dfungsmechanismen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zeit von 1980 \u2013 1990 hat Max Hollein in seinem Buch: &#8222;Zeitgen\u00f6ssische Kunst und der Kunstmarktboom&#8220;, Wien, K\u00f6ln, Weimar 1999, die f\u00fcr seine Epoche typisch extremen Verflechtungen von Kunst und wirtschaftlichem System analysiert.<\/p>\n<h3>Die Erweiterungen bei Beuys und Albertano<\/h3>\n<p>Die Ideen von Josef Beuys versuchten die obigen gesellschaftlichen Strukturen, die Position des K\u00fcnstlers in der Gesellschaft und seine Aufgaben in derselben zu erweitern, wenn auch nicht \u00fcbersehen werden kann, dass er selbst sehr wohl die Mechanismen des Kunstmarktes f\u00fcr die Durchsetzung seiner eigenen Werke ben\u00fctzte und davon profitierte. Die Diskussionen um sein Werk: &#8222;Zeige Deine Wunde&#8220; seien als Beispiel genannt.<\/p>\n<p>Albertano erkannte nachdr\u00fccklich die M\u00e4ngel dieser undeutlichen, in ihrer Unbestimmtheit problematischen Ans\u00e4tze Josef Beuys&#8216; (1921 &#8211; 1986), der <em>Sozialen Plastik<\/em> und seiner Ideen der gesellschaftlichen Umgestaltung, die hier nach Wilfried Heidt\u00a0 zusammenfassend zitiert werden, wobei die Zeichensetzung bei Heidt beibehalten wurde:<\/p>\n<p><strong>Die Umst\u00fclpung des demiurgischen Prinzips <\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>F\u00fcr die Kl\u00e4rung der Zusammenh\u00e4nge m\u00f6chte ich ausgehen von den Begriffen \u00bb<strong>Soziale Plastik<\/strong>\u00ab, \u00bb<strong>erweiterter Kunstbegriff<\/strong>\u00ab und \u00bb<strong>Jeder Mensch ist ein<\/strong> <strong>K\u00fcnstler<\/strong>\u00ab. Eine Deutung habe ich bereits zitiert:<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Satz \u00bbJeder Mensch ist ein K\u00fcnstler\u00ab bezieht sich, sagt Beuys, &#8222;auf die Umgestaltung des Sozial-Leibes&#8220;, und mit dem &gt;erweiterten Kunstbegriff&lt; stehe ein Begriff zur Diskussion \u00bbden man die &gt;soziale Kunst&lt; nennen k\u00f6nnte\u00ab, ein Begriff, der f\u00e4hig sei, \u00bbeinzugreifen in die Herzproblematik unserer Gesellschaft, d.i. \u00bbin die Lage des Kapitals\u00ab, einzugreifen in die \u00bbwirtschaftskulturellen Abh\u00e4ngigkeiten, um diese Abh\u00e4ngigkeiten umzubauen in die Befreiung des Arbeitsfeldes der Gesellschaft\u00ab. Gehe man im \u00bbDurchdenken der heutigen Problematik\u00ab vom Kunstbegriff aus, dann m\u00fcsse man \u00bbdie Frage nach der Form stellen\u00ab. \u00bbGanz organisch aus der ruhigen und sachbezogenen Betrachtung\u00ab ergebe sich \u00bbder Gestaltungsbegriff\u00ab als die M\u00f6glichkeit, die ergriffen werden m\u00fcsse, \u00bbum den sozialen Organismus aus seiner kranken Gestalt in eine gesunde zu \u00fcberf\u00fchren\u00ab.<\/p>\n<p>Hier schlie\u00dft &#8211; sozusagen als begriffliche Br\u00fccke zwischen dem anthropologischen Pol des erweiterten Kunstbegriffs (\u00bbJeder Mensch ist ein K\u00fcnstler\u00ab) und dessen soziologischem Pol (\u00bbdie Frage nach der gesunden Gestalt des sozialen Organismus\u00ab) &#8211; die an der These an, die Beuys aufgestellt hat: \u00bbKunst =Kapital\u00ab; das hei\u00dft \u00bbden Menschen als einen Gestalter darzustellen, der die Strukturen der Wirkungen des Kapitals in der Gesellschaft umbaut in eine Form, die dem Menschen gedeihlich ist\u00ab.<\/p>\n<p>&#8211; Der \u00bberweiterte Kunstbegriff\u00ab meint die \u00bbsoziale Kunst\u00ab, d.h. die <strong>unter Einschluss eines jeden Menschen<\/strong> auf <strong>die menschengem\u00e4\u00dfe Gestaltung <\/strong>des sozialen Organismus bzw. auf die Umgestaltung <strong>der vorgegebenen Systeme<\/strong> gerichtete Aktivit\u00e4t.<\/p>\n<p>&#8211; \u00bbSoziale Kunst\u00ab ist also die Aktionskunst, die jeden Menschen in bezug auf seine Verantwortung f\u00fcr das soziale Ganze \u00bbin die Pflicht ruft\u00ab. Es geht darum, einen Weg zu finden, Kapitalismus und Kommunismus zu \u00fcberwinden und die \u00bbFreiheitsgestalt des sozialen Organismus\u00abzu verwirklichen.<\/p>\n<p>Dabei legte Beuys gro\u00dfen Wert darauf, \u00bbdie soziale Kunst als etwas hinzustellen, das N\u00fcchternheit er fordert, das Klarheit erfordert, das systematische Schritte notwendig macht, das aber auch vor allen Dingen notwendig macht, dass wir die Dinge in bezug auf Gemeinschaften formen m\u00fcssen; denn als soziale K\u00fcnstler sind wir zun\u00e4chst die Erbauer assoziativer, gesamtgesellschaftlicher Einheiten\u00ab.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Assoziative, gesamtgesellschaftliche Einheiten: das f\u00fchrt uns wieder hin zu dem Begriff des \u00bb<strong>Strategie plans<\/strong>\u00ab, in dem Sinne, dass unter diesen \u00bbEinheiten\u00ab solche zu verstehen sind, die, wenn auch erst \u00bbModelle \u00ab, gleichwohl in ihrer Veranlagung einen gesamtgesellschaftlichen Prozess, ein Funktionsgeschehen im sozialen Organismus postulieren bzw. so weit als m\u00f6glich schon konkret einleiten. <strong>So hat Beuys ab 1970 drei solche Veranlagungen kreiert<\/strong>, die die Grundelemente des aus der Objektivit\u00e4t der Umgestaltungsaufgabe, also aus systematischen Gr\u00fcnden notwendigen, strategischen Vorgehens bilden.<\/li>\n<li>In der zeitlichen Reihenfolge betritt Beuys das Wirkungsfeld der sozialen Kunst zuerst mit der \u00bb <strong>Organisation f\u00fcr direkte Demokratie durch Volksabstimmung<\/strong>\u00ab. Mit diesem Element ist die Kernproblematik f\u00fcr die Funktion des Rechtslebens im sozialen Organismus strategisch ins Visier genommen. Es geht darum, ein Organ zu schaffen, durch welches die Gesamtb\u00fcrgerschaft als entscheidende Instanz f\u00fcr die Rechtsgestaltungen handelnd in Erscheinung treten kann.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Gesetzgebungsmonopol des parteienstaatlichen Parlamentarismus soll gebrochen, Gesetzesinitiativen aus der Mitte des Volkes und verbindliche Abstimmungen dar\u00fcber sollen erm\u00f6glicht werden. Die \u00bb Organisation f\u00fcr direkte Demokratie durch Volksabstimmung\u00ab er\u00f6ffnet 1971 in D\u00fcsseldorf ein st\u00e4ndig besetztes B\u00fcro. 1972 stellt Beuys dieses B\u00fcro als seinen Beitrag in die \u00bb documenta 5 \u00ab hinein und diskutiert 100 Tage alle mit diesem Projekt zusammen h\u00e4ngenden gesellschaftlichen Gestaltungsfragen.<\/p>\n<p>Um aus dieser Veranlagung in die \u00bbgesamtgesellschaftliche Einheit\u00ab vorzudringen, ist die Zeit 1972 noch nicht reif. Diese Linie tritt f\u00fcr ein volles Jahrzehnt in den Hintergrund, ist wie untergetaucht.<\/p>\n<ol>\n<li>Veranlagt wird jetzt &#8211; in der Sph\u00e4re des Geisteslebens- als zweites strategisches Grundelement die \u00bb<strong>Free International University<\/strong> \u00ab . Und Beuys stellt jetzt folgerichtig diese Veranlagung eines selbstbestimmten Forschungsprojekts im Sinn einer \u00bbpermanenten Konferenz\u00ab mit seinem Beitrag \u00bbHonigpumpe am Arbeitsplatz\u00ab hinein in die \u00bbdocumenta 6\u00ab.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Hundert Tage tritt nun nicht mehr wie noch f\u00fcnf Jahre zuvor Beuys allein auf das Wirkungsfeld der sozialen Kunst im Dialog mit der Gesellschaft (d.h. mit den Besuchern der Ausstellung), sondern eine gro\u00dfe Zahl von Einzelprojekten aus dem Bereich der Grundlagenforschung wie applizierter Wissenschaft demonstriert eine F\u00fclle von Transformationsnotwendigkeiten, -m\u00f6glichkeiten und bereits stattfindender Praxis &#8211; Beispiele daf\u00fcr, wie nun in den speziellen gesellschaftlichen Funktionsprozessen und -aufgaben die \u00bbGrundidee der Umgestaltung des sozialen Organismus in seine Freiheitsgestalt zur Wirkung kommen k\u00f6nnte\u00ab.<\/p>\n<p>Mit dieser Veranlagung ist paradigmatisch aufgezeigt, dass, wie die direkte Demokratie im Rechtsleben regelnd, so die Selbstbestimmung und Autonomie im Geistesleben des sozialen Organismus inspirierend zu wirken hat, wenn der soziale Kunstbegriff zur Anwendung kommt.<\/p>\n<ol>\n<li>Und wiederum folgerichtig schlie\u00dft daran f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter als Beitrag f\u00fcr die \u00bbdocumenta 7\u00ab der dritte systematische Schritt in der Ausformung der Grundelemente der Strategie der sozialen Transformation dasjenige an, was mit dem Projekt \u00bb<strong>7000 Eichen<\/strong>\u00ab nicht nur einen \u00bbsymbolischen Beginn\u00ab setzt f\u00fcr das \u00bbUnternehmen, das Leben der Menschheit zu regenerieren innerhalb des K\u00f6rpers der menschlichen Gemeinschaft\u00ab, sondern gleichzeitig in urbildhafter Form im Wirtschaftsleben dessen gemeinn\u00fctzigen Zukunftscharakter &#8211; als \u00bbSolidarit\u00e4tsfeld\u00ab, als \u00bbFeld der br\u00fcderlichen Zusammenarbeit\u00ab f\u00fcr den \u00bbBedarf des Menschen wie f\u00fcr den Bedarf der Natur\u00ab exemplarisch veranlagt. Veranlagt einen gewandelten Geldbegriff, der die Befreiung der Arbeit zum Dienst am Ganzen bedingt; veranlagt den gewandelten Kapitalbegriff, der die Emanzipation des Geldes aus seiner Verstrickung mit dem Privateigentum einerseits und dem staatszentralistischen Dirigismus andererseits bewirkt; veranlagt schlie\u00dflich eine Gestaltung des Einkommens der Menschen aus Menschenrecht und nicht mehr aus einem Lohnverh\u00e4ltnis und unter der Peitsche des Profitprinzips.<\/li>\n<li>Damit ist im Elementaren die Begriffsbestimmung von dem \u00bbkonkreten Wirkungsfelde der sozialen Kunst\u00ab unternommen. Darum &#8211; in aller \u00bbN\u00fcchternheit und Klarheit\u00ab &#8211; ging es Beuys, und darum geht es all denen, die seine Mitarbeiter waren und sind. Ich fasse ein erstes Ergebnis zusammen:<\/li>\n<li>Der erweiterte Kunstbegriff richtet sich auf die Umgestaltung des Sozialk\u00f6rpers in der Richtung einer Alternative zum westlichen Kapitalismus und \u00f6stlichen Kommunismus. Das ist der Kern der Sache.<\/li>\n<li>Beuys hat seinen \u00bbStrategieplan\u00ab bis 1982 &#8211; in \u00dcbereinstimmung mit anderen, die im selben Aufgabenzusammenhang wie er wirkten &#8211; in drei systematischen Schritten entwickelt:<\/li>\n<li>a) f\u00fcr die Transformation des Parteienstaates hin\u00fcber zum reinen Rechtsstaat die Veranlagung des Impulses der direkten Demokratie durch Volksabstimmung;<\/li>\n<li>b) f\u00fcr die Transformation des staats- und geldmachtabh\u00e4ngigen Forschungs- und Informationswesens hin\u00fcber zum selbstbestimmt, autonom und selbstverantwortlich arbeitenden sozialen Inspirationssystem, die Veranlagung der FIU mit ihren verschiedenen Zweigen, und<\/li>\n<li>c) f\u00fcr die Transformation der profit- oder staatsb\u00fcrokratisch geleiteten \u00d6konomie mit dem gemeinn\u00fctzigen Unternehmen \u00bb7000 Eichen\u00ab f\u00fcr Kassel die Veranlagung eines \u00f6kologisch orientierten, selbstverwalteten Sozialismus im Sinn einer reinen Bedarfswirtschaft.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Es m\u00f6gen in dem von Beuys akzentuierten \u00bb erweiterten Kunstbegriff\u00ab noch manch andere Aspekte eine Rolle spielen: Im Wesen der Sache geht es um das hiermit einleitend Dargestellte. Soziale Kunst meint die Aufgabe &#8211; ich zitiere nochmals aus dem Interview, mit dem der Band \u00bb7000 Eichen\u00ab eingeleitet ist- \u00bbder Metamorphose des sozialen K\u00f6rpers in sich selbst, um ihn zu einer neuen sozialen Ordnung f\u00fcr die Zukunft\u00ab .<\/p>\n<p>Albertano erkannte, dass Beuys einerseits f\u00fcr die Analyse der Gesellschaft kein ausreichend pragmatisch ausgeformtes Modell benutzte. Beuys&#8216; Ans\u00e4tze besitzen keinerlei Bezug zur praktisch hochgradig segmentierten und differenzierten Gesellschaft, wie sie f\u00fcr seine Zeit etwa in FIGUR 1 anzusetzen w\u00e4re. Im Wesentlichen versuchte Beuys einen neuen aber sehr &#8222;euphorisch-undeutlichen&#8220; Weg der Gesellschaftsevolution jenseits von kapitalistischen und marxistischen Ideologien. Zum anderen fehlten ihm jedoch auch konkrete Ur-Ideen f\u00fcr eine &#8222;gesunde&#8220;, harmonische Gesellschaftsformation, f\u00fcr die Behebung der &#8222;Krankheiten&#8220; des &#8222;sozialen Organismus&#8220;. Die Ideen sozialer Evolution stehen u.a. in starkem Zusammenhang mit den Konzepten Rudolf Steiners, der z.B. von einer Dreigliederung des sozialen Organismus (Rechtsordnung, Geistesleben und Wirtschaft)\u00a0 ausgeht, die sich bei Beuys wieder findet.<\/p>\n<p>Diese Ur-Ideen sah Albertano in den Arbeiten der Gruppe Or-Om elaboriert, wobei der <a href=\"http:\/\/or-om.org\/Grundrechtskatalog.htm\"><u>Grundrechtskatalog Cathrin Horners\u00a0<\/u><\/a> und <a href=\"http:\/\/or-om.org\/Weltsystem.htm\"><u>Peter Waldners &#8222;Altlas zur Sozialevolution&#8220;<\/u><\/a> eine Verbindung dieser in der g\u00f6ttlichen Essentialit\u00e4t abgeleiteten Prinzipien zu den pragmatischen Dimensionen der zeitgen\u00f6ssischen Gesellschaftsformation in FIGUR 1 herstellten.<\/p>\n<p>Die evolutive Aufgabe der Gesellschaft, aller ihrer Ebenen, Schichten, Institutionen, Organisationen, Gruppierungen usw. bestand nach Ansicht Albertanos offensichtlich in einer <strong>Universalisierung aller gesellschaftlichen Elemente und ihrer Zusammenh\u00e4nge<\/strong>, die letztlich in den geschilderten universalistischen Humanismus und Sozialismus der vereinten Menschheit f\u00fchrt. Nat\u00fcrlich war f\u00fcr ihn hierf\u00fcr nicht nur eine \u00c4nderung aller Parameter des modernen Kunstbetriebes erforderlich, sondern vor allem die <strong>Wissenschaftsstruktur<\/strong> w\u00e4re fundamental auf neue Grundlagen zu stellen. <strong>Die leidenschaftliche und charismatische Arbeit Beuys&#8216; kann hier als wichtiger, aber nur sehr mangelhafter Vorl\u00e4ufer angesehen werden. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Universalisierung der Kunst bei Albertano<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Hinsichtlich der oben aufgef\u00fchrten Abh\u00e4ngigkeiten der Kunst und des K\u00fcnstlers von den Kr\u00e4ften des Gesellschaftsmodells entwickelte daher Albertano \u2013 ausgehend vom Grundrechtskatalog <a href=\"http:\/\/or-om.org\/Grundrechtskatalog.htm\"><u>Cathrin Horners<\/u><\/a> und den Modellen der <a href=\"http:\/\/or-om.org\/All-Kunst.htm\"><u>All-Kunst bei Luc Burg<\/u><\/a> \u2013 gleichsam als pr\u00e4zisierte Weiterf\u00fchrung der undeutlichen und teils irrigen Ansichten Beuys&#8216; bereits 2165 ein politisches Konzept f\u00fcr die Einleitung einer Universalisierung:<\/p>\n<p>\u00dcberf\u00fchrung des Kunstbetriebes in egalit\u00e4re Sozialstrukturen bei Begr\u00fcndung der Kunsttheorien auf den Prinzipien und Gliederung des <a href=\"http:\/\/or-om.org\/Omkunst.htm\"><u>All-Kunst-Manifestes der Gruppe Or-Om<\/u><\/a>\u00a0 und den Sozialregeln des <a href=\"http:\/\/or-om.org\/Grundrechtskatalog.htm\"><u>Universalistischen Sozialismus und Humanismus<\/u><\/a>.<\/p>\n<p>1.a) Eliminierung des auf Gewinn gerichteten Kunstmarktes im Rahmen der Zirkulation. Umwandlung des Kunstmarktes in egalit\u00e4re Verteilungsfunktionalit\u00e4t der k\u00fcnstlerischen Ressourcen. Beseitigung der Spekulations- und sonstigen inad\u00e4quaten Preismechanismen.<\/p>\n<p>b) Umgestaltung von F\u00f6rderung und Sponsoring im Rahmen einer gesamtgesellschaftlichen Ressourcenegalit\u00e4t hinsichtlich der k\u00fcnstlerischen Potentiale.<\/p>\n<p>c) Die Institutionen der Repr\u00e4sentation werden einerseits aus den Kapital- und Spekulationsm\u00e4rkten der kapitalistischen Kunstzirkulation in universalistisch orientierte Pr\u00e4sentationsbedingungen der All-Kunst \u00fcbergef\u00fchrt. Die postmoderne Vielheit (Pluralit\u00e4t) der Kunsttheorien<a href=\"http:\/\/or-om.org\/XT@rt.htm#_edn1\" name=\"_ednref1\"><u>[i]<\/u><\/a> wird andererseits in die Universaltheorie synthetisch aufgenommen. Daraus ergeben sich neue Management- und Kuratorenstrategien der Repr\u00e4sentation (neues Verh\u00e4ltnis von Komplexit\u00e4t und Einheit).<\/p>\n<p>d) Die Medienstruktur der Kunsttheorie und Kunstkritik, die selbst postmodern gef\u00e4chert und politisch teilweise in Ideologiemilieus gesplittert ist, wird durch die Or-Om-Struktur der n\u00e4chsten Evolutionsstufe \u00fcberwunden, ohne dass maximale Pluralit\u00e4t uniformierend einged\u00fcnnt oder \u00fcber die Totalit\u00e4t und Einheit in ihrer Freiheit beschr\u00e4nkt oder gezwungen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Aus diesen Ver\u00e4nderungen ergeben sich f\u00fcr die K\u00fcnstlerInnen andere, neue und weniger negative Abh\u00e4ngigkeiten im Gesamtsystem (in der partialen Subkultur der Kunst) in ihren Anpassungsleistungen und Ausschlie\u00dfungsmechanismen.<\/p>\n<p><strong>XT@rt\u00e3 &#8211; Albertano-Prinzip<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Ein wichtiges Element im Rahmen der \u00dcberwindung der rigiden Marktdominanz im Kunstbetrieb war die erfolgreiche Bem\u00fchung Albertanos, eine, wie sich zeigte, den bisherigen Pr\u00e4sentationstechniken und Kunsttheorien diametral zuwiderlaufende Erweiterung des Begriffes des Kunstobjektes (<strong>XT@rt\u00e3) <\/strong>gesellschaftlich durchzusetzen. Dies geschah durch die politisch-demokratische Etablierung des einfachen, durch eine legistische Initiative (<strong>Albertano-Gesetz, 2167) <\/strong>verwirklichten Grundsatzes:<\/p>\n<p><strong>Alle entgeltlich oder unentgeltlich bewirkten materiellen oder geistigen Vorg\u00e4nge und Objekte gelten als Kunstobjekte<\/strong><\/p>\n<p>In diesem Gesetz wurde daher in weiteren verf\u00fcgt:<\/p>\n<p><strong>Orte der Pr\u00e4sentation entgeltlicher Kunstobjekte<\/strong><\/p>\n<p>Generelle und Spezielle Markets (z.B. Supermarkets [KDW, Harrods], Lebensmittelm\u00e4rkte, Media-M\u00e4rkte, Baum\u00e4rkte, Shopping Cities, Technikm\u00e4rkte [Conrad]), Online-Anbieter, Geld-, Kredit- und Versicherungseinrichtungen, Betriebe im Verkehrs- und Bef\u00f6rderungswesen, in Tourismus und Freizeitwirtschaft, Fabriken, Industrie- und Gewerbebetriebe, politische Einrichtungen, wie politische Organisationen, Parteien, religi\u00f6se und kulturelle Einrichtungen, alle Schulen und Universit\u00e4ten, der gesamte Wissenschaftsbetrieb, Institutionen der Kommunikation und Medien, des Rechtes (Gesetzgebung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit), des Gesundheitswesens usw. usw.; kurz: alle Waren, Dienstleistungen und sonstige geistige oder materielle Produkte im weitesten Sinne, auf welche Weise auch immer, auf welchen Stufen auch immer, \u00fcber <strong>Marktpreise<\/strong> <strong>oder gegen Entgelt<\/strong> erzeugenden und zum Verkauf anbietenden Einrichtungen gelten als <strong>XT@rt\u00e3-Museen oder Kunstgalerien.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Orte der Pr\u00e4sentation unentgeltlicher Kunstobjekte <\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Da andererseits geregelt wurde, dass auch jede <strong>unentgeltliche<\/strong> Produktion, Verarbeitung oder Ver\u00e4nderung materieller oder geistiger Objekte als Kunstobjekt zu gelten haben, gelten die Orte, an welchen diese Vorg\u00e4nge sich abspielen, ebenfalls als <strong>XT@rt\u00e3- Museen oder Kunstgalerien (Ubiquit\u00e4tstheorem)<\/strong>. Alle auf freiwilliger, unentgeltlicher Basis organisierten T\u00e4tigkeiten wie Feuerwehren, Musikvereine, Non-Profit-Organisationen waren ebenfalls hier einzuordnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die gesetzlichen Einzelheiten wurden detaillierte Gesellschaftsmodelle ben\u00fctzt, wie sie in FIGUR 1 skizziert sind. Hier zeigen sich wiederum die bedeutenden Unterschiede zwischen den Konzepten Beuys und der Ma\u00dfnahmen Albertanos.<\/p>\n<p>Mit dieser konstitutiven Erweiterung des Begriffes des Kunstobjektes sind die Zirkulation und Pr\u00e4sentation von Kunstobjekten aus den Mechanismen der traditionellen Kunstm\u00e4rkte herausgel\u00f6st worden, bzw. die traditionellen Marktmechanismen des Kunstbetriebes wurden in den allgemeinen, <strong>selbst bereits in Universalisierung begriffenen Warenmarkt aufgel\u00f6st.<\/strong> Durch diesen konstitutiven Akt war mit einem Schlag die <strong>Quantit\u00e4t der Kunstobjekte zu einem gegen\u00fcber dem bisherigen Kunstmarkt unvergleichlich niedrigen Preisgef\u00fcge bzw. im Bereiche der Unentgeltlichkeit <\/strong>in einem fast unvorstellbaren Ausma\u00df angestiegen.<\/p>\n<p>Das Gesetz war im Weiteren so gefasst, dass auch alle, aus den prim\u00e4ren Kunstobjekten, also allen zum Verkauf angebotenen materiellen und geistigen Vorg\u00e4ngen und Objekten (&#8222;prim\u00e4re Objekte&#8220;) des allgemeinen Marktes durch weitere &#8222;k\u00fcnstlerische&#8220; Umgestaltung, Verformung, Kombinierung usw. erzeugten Vorg\u00e4nge oder Objekte (&#8222;abgeleitete Objekte&#8220;) nur nach den Gesetzen des allgemeinen, bereits weitgehend universalisierten Marktes verkauft werden d\u00fcrfen. Auch damit war die R\u00fcckkehr zu den Spekulations- und Verknappungsmechanismen des traditionellen, speziellen Kunstmarktes abgesperrt.<a href=\"http:\/\/or-om.org\/XT@rt.htm#_edn2\" name=\"_ednref2\"><u>[ii]<\/u><\/a><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich umfasste der neue Begriff des Kunstobjektes alle von im traditionellen Sinne &#8222;Nicht-K\u00fcnstlern&#8220; hergestellten &#8222;abgeleiteten Gegenst\u00e4nde&#8220; (z.B. Heimwerkerobjekte, Wohnungs- und Gartengestaltung, Hobby-Malerei, Handarbeiten usw.).<\/p>\n<p>Diese gewaltigen und einschneidenden gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen kann man etwa mit der W\u00e4hrungsumstellung innerhalb der EU auf den EURO im Jahre 2001 vergleichen. Eine Vielzahl von Begleitgesetzen und -Verordnungen, auch einschl\u00e4gige Strafbestimmungen und eine entsprechende Vorbereitung der betroffenen Einrichtungen, umfassende Schulungen und Informationsveranstaltungen waren erforderlich, um diese Neuerungen in der Bev\u00f6lkerung erfolgreich durchzusetzen.<\/p>\n<p>Man muss bedenken, dass mit dieser gesellschaftlichen Ver\u00e4nderung jeder Staatsb\u00fcrger in seiner sozialen und damit auch pers\u00f6nlichen Identit\u00e4t v\u00f6llig neu strukturiert wurde. Durch jeden entgeltlichen Konsum irgendeines materiellen oder geistigen Vorganges oder Objektes im obigen Sinne wurde er zum Konsumenten von Kunst. Er besuchte st\u00e4ndig irgendwelche Galerien, Ausstellungen, Museen oder Kunstquartiere (generelle und spezielle Markets (z.B. Supermarkets [KDW, Harrods], Lebensmittelm\u00e4rkte, Media-M\u00e4rkte, Baum\u00e4rkte, Shopping Cities, Technikm\u00e4rkte [Conrad]), Online-Anbieter, Geld-, Kredit- und Versicherungseinrichtungen, Betriebe im Verkehrs- und Bef\u00f6rderungswesen, in Tourismus und Freizeitwirtschaft, Fabriken, Industrie- und Gewerbebetriebe, politische Einrichtungen, wie politische Organisationen, Parteien, religi\u00f6se und kulturelle Einrichtungen, alle Schulen und Universit\u00e4ten, der gesamte Wissenschaftsbetrieb, Institutionen der Kommunikation und Medien, des Rechtes (Gesetzgebung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit), des Gesundheitswesens usw. usw., kurz: alle Waren, Dienstleistungen und sonstige geistige Produkte &#8211; im weitesten Sinne, auf welche Weise auch immer, auf welchen Stufen auch immer, \u00fcber <strong>Marktpreise<\/strong> <strong>oder gegen Entgelt<\/strong> erzeugenden und zum Verkauf anbietenden Einrichtungen. Immer war er in den Umgang mit Kunst involviert.<\/p>\n<p>Andererseits waren alle seine Handlungen, wo er prim\u00e4re Kunstobjekte selbst unentgeltlich ver\u00e4nderte, f\u00fcr sich wiederum eine Kunstt\u00e4tigkeit, weil er hierbei gestaltend auf die materiellen oder geistigen Objekte einwirkte (z.B. Kochen, Essen [vgl. als Vorl\u00e4ufer Spoerris Fixierungen von Tischenvironments, Koligs &#8222;Essplatz im Paradies&#8220;], Abwaschen, Ausgestaltung der Wohnung [bereits 2001 wurden von einer Agentur guided tours durch private Wohnungen organisiert], des Gartens, Bedienung und Pflege des Autos, L\u00f6sen eines Tickets f\u00fcr ein Verkehrsmittel, Konsum des Urlaubs, Besuchen eines Tierparks, Ausf\u00fcllen von Formularen, Benutzung aller Arten von Ger\u00e4ten, Abwickeln von Bank- und Versicherungsgesch\u00e4ften, Lesen von B\u00fcchern, Benutzung der \u00fcblichen Medien usw.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen hier nat\u00fcrlich darauf hinweisen, dass die Erhebung aller dieser T\u00e4tigkeiten des Subjektes zu Kunstt\u00e4tigkeiten letztlich deshalb gerechtfertigt war, weil alle Menschen im Gesellschaftssystem im Sinne des erw\u00e4hnten Grundrechtskataloges als universalistische Humanisten und Sozialisten lebten, woraus sich auch ergab, dass der soziale Konnex jeder T\u00e4tigkeit bereits bezogen auf die Prinzipien, die in der absolute Essentialit\u00e4t ableitbar sind, universalisiert waren. Hieraus ergab sich daher auch eine in den Sozialformen des 20. und 21. Jahrhunderts nicht einmal ansatzweise vorhandene <strong>neue \u00c4sthetik<\/strong> jeder sozialen Handlung. Auch die \u00c4sthetik wurde letztlich durch die Universalisierung im obigen Sinne in der Essentialit\u00e4t des Grundwesens v\u00f6llig neu formuliert. (Vgl. etwa: Pflegerl &#8222;Die Vollendete Kunst&#8220;. B\u00f6hlau, 1990.) Erst hier wurden die von Beuys sehr diffus geahnten Vorstellungen der Umwandlung des sozialen K\u00f6rpers zufriedenstellend eingeleitet.<\/p>\n<p>Bevor es zu diesen gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen kam, wurde von Pessimisten immer wieder vorgebracht, es sei v\u00f6llig ausgeschlossen, dass bestimmte Leistungsniveaus gesellschaftlicher Produktivit\u00e4t erreicht, ja \u00fcberhaupt erhalten werden k\u00f6nnten, wenn das durch hartes kapitalistisches Konkurrenzdenken und Vorteilsstreben dominierte und motivierte Individualverhalten, das sich letztlich in den Optimierungsmechanismen der globalen Finanzm\u00e4rkte seine abstrakte, h\u00f6chste Steuerungsebene gab, wegfiele, diese Antriebsfeder kapitalistischer Rationalit\u00e4t. Das war tats\u00e4chlich so lange der Fall, bis sich durch schwere Krisen die pers\u00f6nlichen Entwicklungsprofile der Menschen zunehmend in Richtung auf universalistische Prinzipien hin \u00e4nderten, indem sie pers\u00f6nlich freiwillig von einem Streben nach Herstellung der geschilderten Synthesen, Integrationen und Harmonien bestimmt wurden und sich schlie\u00dflich auch in diesem Sinne gesellschaftlich zusammenschlossen, wobei dies alles nat\u00fcrlich nur <strong>mit friedlichen und guten Mitteln<\/strong> erfolgte, wodurch sich diese Str\u00f6mungen von fr\u00fcheren ideologisch verengten Tendenzen und deren radikalen Umsetzungsstrategien (mit dem &#8222;Stock ins Paradies&#8220;) unterschieden.<\/p>\n<p>Die Kriegs-Kunst h\u00e4tte im Sinne Albertanos auch als Kunstobjekt gelten m\u00fcssen. Den Krieg aber gab es bekanntlich nicht mehr, da die nationalen und globalen Ausgleichsprozesse bereits so weit fortgeschritten waren, dass der Krieg als Mittel der Durchsetzung von Interessen- und Ressourcenkonflikten nicht mehr erforderlich war. Die universalistische Globalisierung war bereits harmonisiert &#8211; ein Thema, das um das Jahr 2000 hinsichtlich des Inhaltes und der Frage der Wege und Mittel der Durchsetzung zu deren Realisierung noch heftig umk\u00e4mpft war.<\/p>\n<p>Daneben gab es nat\u00fcrlich weiterhin diejenigen Personen, die im traditionellen Sinne als K\u00fcnsterInnen galten. Einerseits waren in diesem neuen sozialen Ambiente ihre Arbeitsvoraussetzungen nicht mehr von den oben geschilderten, bisherigen Abh\u00e4ngigkeiten gepr\u00e4gt. Das generelle universalistische Klima lie\u00df viele Abh\u00e4ngigkeiten, vor allem die wirtschaftlichen, Drucksituationen weichen, und die K\u00fcnsterInnenpers\u00f6nlichkeiten wandelten sich im Sinne dieser Ideen weitgehend selbst um. Auch die Theorie der k\u00fcnstlerischen <strong>Genialit\u00e4t <\/strong>erhielt neue Parameter im Sinne der Grundrechtskataloge. Die gesellschaftliche Position der &#8222;abgeleiteten&#8220; Kunstobjekte, die K\u00fcnstlerInnen schufen, waren jedenfalls nicht mehr durch die Prinzipien des kapitalistischen Kunstmarktes bestimmt.<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckblick auf das 20. und 21. Jahrhundert<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Erhebung materieller Gegenst\u00e4nde zu Kunstobjekten \u2013 vom Baumarkt in die Galerie<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00fcberzeugende Einfachheit dieser Ideen Albertanos, durch welche mit einem Schlag alle Verh\u00e4ltnisse der Kunstproduktion gesellschaftsweit v\u00f6llig neu geordnet wurden, wird klar, wenn wir uns r\u00fcckblickend vorstellen, welche sonderbaren Wege die traditionelle Kunstproduktion gegangen war, um einfachste materielle Gegenst\u00e4nde des t\u00e4glichen Gebrauches, teils als prim\u00e4re, teils als abgeleitete Objekte aus dem \u00fcblichen Gebrauchszusammenhang zu l\u00f6sen und durch die <strong>Versetzung in Galerien oder Museen zu Kunstobjekten zu deklarieren. <\/strong>Die Ausn\u00fctzung der Spannung des Verfremdungszusammenhanges zwischen normalem Lebensbezug und der &#8222;Adelung&#8220;, &#8222;Sakralisierung&#8220; (Steinbach) zum Kunstobjekt durch den Transfer in die Pr\u00e4sentationssph\u00e4re des Ausstellungsraumes hatte zwar bestimmte provozierende Wirkungen auf die Konsumenten, die fortdauernde Wiederholung dieses Prinzips f\u00fchrte jedoch bald zu einer endogenen Erschlaffung desselben. Umso bedeutungsvoller erscheint der Schritt Albertanos, der v\u00f6llig in die entgegengesetzte Richtung verlief, und mit der legistischen Deklaration aller entgeltlich oder unentgeltlich bewirkten materiellen oder geistigen Vorg\u00e4nge bzw. Objekte zu Kunstobjekten diese als Anti-\u00c4sthetik intendierte Str\u00f6mung im 20. Jahrhundert generell in die entgegengesetzte Richtung generalisierte.<\/p>\n<p><strong>Duchamps<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Und stellt die Behauptung auf, der Weihnachtsbaum sei ein Kunstwerk: &#8222;Ich h\u00e4tte elf Monate recht, &#8230; dieser Weihnachtsbaum w\u00e4re ein Kunstwerk elf Monate lang und im zw\u00f6lften Monat w\u00e4re es kein Kunstwerk mehr, es w\u00e4re Weihnachten.&#8220; Godard<\/p>\n<p>Marcel Duchamp hatte schon mit &#8222;Nu descendant un escalier&#8220; (Akt, eine Treppe hinabsteigend, 1912) und &#8222;La Mari\u00e9e mise \u00e1 nu par les c\u00e9libataires&#8220; (Die Neuverm\u00e4hlte, von den Junggesellen entkleidet, 1912) dem Kubismus neue Sichtweisen erschlossen. Doch er ging noch einen Schritt weiter. Duchamp suchte nach einer vollkommen neutralen, ja anonymen Darstellungsweise, dem radikalen Artefakt, der jeden Kommentar, gleich ob zu Ausf\u00fchrung oder Thema, entmutigt. Seine konsequentesten Werke, &#8222;Flaschentrockner&#8220; und &#8222;Font\u00e4ne&#8220;, zwingen den Betrachter, sich der Frage zu stellen &#8222;Was ist das f\u00fcr eine Kunst?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Schokoladenm\u00fchle Nr. 2&#8243;&#8220; nimmt die Entwicklung vorweg und ist eine Art Schl\u00fcsselwerk des Dadaismus und des in mancher Hinsicht verwandten Konstruktivismus. Das Bild stellt einen vollkommen funktionslosen Gegenstand dar, ein sinnloses Dreiwalzenwerk als formelle Abstraktion einer damals gebr\u00e4uchlichen Industriemaschine. Selbst die Lichtquelle fehlt; als &#8222;Mahlrillen&#8220; n\u00e4hte Duchamp wei\u00dfe F\u00e4den ein. Der Titel ist in Goldbuchstaben auf ein St\u00fcckchen Leder gedruckt und unterstreicht den maschinellen Charakter. Obwohl sie selbst noch Bild ist, steht die Schokoladenm\u00fchle symbolisch f\u00fcr die Verneinung jeglichen Kunstwerts und wird so zum vielzitierten Dada-Symbol. Mit &#8222;Flaschentrockner&#8220; und &#8222;Font\u00e4ne&#8220; verl\u00e4\u00dft Duchamp endg\u00fcltig die Pfade der (ab)bildenden Kunst. <strong>Es handelt sich um Ready-mades, unbearbeitete Alltagsgegenst\u00e4nde, die lediglich dadurch, da\u00df die Wahl des K\u00fcnstlers auf sie f\u00e4llt, ihrer Alltagsfunktion beraubt und zum Kunstwerk werden.<\/strong> F\u00fcr das konventionelle Kunstverst\u00e4ndnis ist solche Anti\u00e4sthetik eine ungeheure Provokation, und so verwundert es nicht, da\u00df &#8222;Flaschentrockner&#8220; und &#8222;Font\u00e4ne&#8220; auf beinah ungeteilte Ablehnung stie\u00dfen. Die &#8222;skandal\u00f6se&#8220; Font\u00e4ne, mit &#8222;R. Mutt&#8220; signiert (ein Wortspiel aus engl. &#8222;Mutt&#8220;, Trottel, und dem New Yorker Sanit\u00e4rhandel &#8222;Mott Works&#8220;), wurde 1917 von den Juroren der Society of Independent Artists abgelehnt und kam gar nicht erst zur Ausstellung. (Pikanterweise geh\u00f6rte Duchamp zum Vorstand der Society.) Ungeachtet des in typischer Dada-Posse aufgebauschten Skandals, erstand es der Sammler Walter Arensberg, der vermutlich auch wusste, wer hinter dem Pseudonym steckte. Das Original ging sp\u00e4ter verloren (um 1963 erneuert). &#8222;Mr. Mutts Font\u00e4ne ist nicht unmoralisch, das ist absurd, ebensowenig, wie eine Badewanne unmoralisch ist. Es ist ein allt\u00e4glicher Einrichtungsgegenstand, den man in den Auslagen eines Gesch\u00e4fts f\u00fcr Sanit\u00e4rbedarf sehen kann. Ob Mr. Mutt das Becken eigenh\u00e4ndig hergestellt hat oder nicht, ist unerheblich. Er hat es AUSGESUCHT. Er hat einen allt\u00e4glichen Gebrauchsgegenstand genommen, ihn so aufgestellt, da\u00df seine n\u00fctzliche Bedeutung hinter dem neuen Titel und der Betrachtungsweise verschwand &#8211;\u00a0 er hat einen neuen Gedanken f\u00fcr das Objekt geschaffen&#8220; (The Blind man, Nr. 2, New York: Mai 1917). Duchamp setzte die Tradition der von ihm erfundenen Ready-mades in abgewandelter Form und verschiedenen Materialien fort, arbeitete mit Man Ray zusammen und zog sich zeitweise ganz aus dem Kunstleben zur\u00fcck. Bedeutende Werke sind: &#8222;Das gro\u00dfe Glas&#8220; (1915 &#8211; 1923), &#8222;Staubzucht&#8220; (1920 mit Man Ray), &#8222;Warum nicht niesen, Rose S\u00e9lavy?&#8220; (1921\/1964) und &#8222;Etant donn\u00e8s&#8220; (1946 &#8211; 1966).<\/p>\n<p>Hier einige Beispiele:<\/p>\n<p>Zum Fahrad-Rad schrieb etwa Beuys, der sich sehr mit den ready mades auseinandersetzte:<\/p>\n<p>&#8222;dreht sich um sich selbst. Das ist ein gutes Bild f\u00fcr das Werk Duchamps, eines Menschen, der sich stets am selben Ort begegnet, im selben Stil, mit demselben Verhalten. [&#8230;] In der Schachtel von Duchamp findet man interessante Dinge, aber wenn man p\u00e4dagogische, \u00f6konomische Probleme oder solche der Demokratie angehen will, ist sie nutzlos&#8230;Duchamp, nichts ist diskussions- und kritikw\u00fcrdig. Man muss ihn nehmen wie er ist, als Kunstobjekt, das im Museum seinen Platz hat. Meine Werke dagegen sind Materialien f\u00fcr Diskussionen und Partizipation.&#8220; Beuys in: Szeemann: Duchamps.<\/p>\n<p>Beuys kritisiert Duchamps aber im Sinne seines erweiterten Kunstbegriffes viel tiefgreifender:<\/p>\n<p>&#8222;Duchamp hat gezeigt,&#8230; wenn ich in diesen artifiziellen Raum &#8230;etwas hineintrage, was aus dem Leben stammt, &#8230;dann transformiert sich das. Duchamp hat demonstriert, dass das Kunstleben ein k\u00fcnstliches Ding ist, das eigentlich in keinem Zusammenhang steht mit dem menschlichen Tun im ganzen, sondern nur in der Isolierung und durch die Isolierung funktioniert. Dieses Experiment hat er gemacht. Und das hat nachhaltig als eine Art Kulturschock gewirkt&#8230; Und das hat stilistische Folgen bis in die Gegenwart gehabt. Aber leider nur stilistische, Und warum? Weil Duchamp es verabs\u00e4umt hat, die Konsequenzen aus seiner Tat zu ziehen. &#8230; Ja, &#8218;das Schweigen von Marcel Duchamp wird \u00fcberbewertet&#8217;&#8230; Denn er h\u00e4tte meines Erachtens sagen m\u00fcssen: wenn &#8230; das m\u00f6glich ist, dass &#8230; das normale, anonyme Industrieprodukt im Kunstraum Kunst wird, geht&#8230; daraus hervor, dass real der K\u00fcnstler derjenige ist, der das Industrieprodukt gemacht hat. Und da das gar kein Einzelner gemacht hat, sondern viele es gemacht haben, geht daraus eigentlich &#8230; etwas ganz lapidares hervor. Nicht der Maler, Bildhauer, Klavierspieler, T\u00e4nzer, S\u00e4nger sind K\u00fcnstler, sondern jeder Mensch ist ein K\u00fcnstler! Er h\u00e4tte &#8230; sagen m\u00fcssen: damit ist die Linie der Kunstentwicklung von der Steinzeit bis zur Gegenwart an einem Ende angelangt.&#8220; Beuys in: Bojescul: Zum Kunstbegriff.<\/p>\n<p>Die beiden Zitate wurden entnommen: Roman Berka: Josef Beuys &#8218;T\u00fcr&#8216;. An der Schwelle zum &#8218;Erweiterten Kunstbegriff&#8216;. Matr. Nr. 9306986. Universit\u00e4t f\u00fcr Angewandte Kunst, Wien.1998<\/p>\n<p>Wir sehen, inwieweit Albertano diesen Kunstbegriff letztlich \u00fcberschritt und universell erweiterte.<\/p>\n<p><strong>Schwitters \u2013 abgeleitete Kunstobjekte<\/strong><\/p>\n<p>Den <strong>Merzbau<\/strong> Schwitters wollen wir als Beispiel f\u00fcr ein &#8222;abgeleitetes Objekt&#8220; anf\u00fchren, wo Baumaterialien durch Ver\u00e4nderungen zu einem Kunstobjekt verwandelt wurden. Die &#8222;Reliquien&#8220;, also Erinnerungsst\u00fccke an Bekannte usw., sind weitere &#8222;Kunstobjekte&#8220;, die hier integriert werden.<\/p>\n<p>Kurt Schwitters bezeichnete ihn selbst als sein Lebenswerk: den <em>Merzbau.<\/em> Die Bedeutung, die dieses Gebilde f\u00fcr ihn hatte, ersieht man daraus, dass er sich seit etwa 1923 intensiv mit ihm besch\u00e4ftigte und ihn trotz aller widrigen pers\u00f6nlichen Umst\u00e4nde dreimal begann: zuerst in Hannover, 1937 im norwegischen, 1947 im englischen Exil. Der <em>Merzbau<\/em> in Hannover wurde 1943 bei einem Luftangriff der Alliierten zerst\u00f6rt, der norwegische Bau wurde 1951 ein Opfer der Flammen, nur der englische Bau blieb erhalten, jedoch unvollendet, da Schwitters \u00fcber der Arbeit verstarb. Der <em>Merzbau<\/em> in Hannover war ein fantastischer, verwirrend wie abstrakt konstruierter Innenraum, W\u00e4nde und Decke waren mit vielf\u00e4ltigen plastischen Formen \u00fcberzogen und verbaut. Angef\u00fcllt war der Raum mit Materialien, Fundst\u00fccken, &#8222;Spolien und Reliquien&#8220;, die Schwitters in zahlreiche Grotten eingesetzt und zum Teil zugebaut hatte, so dass sie nur noch in Erinnerungen an einen fr\u00fcheren Zustand vorhanden waren. Der <em>Merzbau<\/em> war n\u00e4mlich aus &#8222;Prinzip&#8220; unvollendet, wuchs immer weiter und ver\u00e4nderte sich fortw\u00e4hrend. Ausgangsraum und Zentrum war das Atelierzimmer in der Wohnung in der Waldhausenstra\u00dfe 5. Doch das Merzgebilde wucherte. Im letzten Zustand, bei der Emigration nach Norwegen, waren es acht R\u00e4ume, die gemerzt waren, inklusive Ausguck auf dem Dach und verbautem Hohlraum unter dem Erdgeschossbalkon. Das Zentrum des eigentlichen <em>Merzbaus<\/em> bildete eine freistehende Plastik, die sogenannte S\u00e4ule des <em>erotischen Elends,<\/em> die Schwitters um 1920 begonnen hatte. Er bemerkte einmal, dass alles, was ihm wichtig gewesen sei, im <em>Merzbau<\/em> untergebracht sei. Diese Aussage bezieht sich nicht nur auf seine Ideen und seine gesamte Kunsttheorie, sondern auch auf ganz reale, profane Dinge: Erinnerungsst\u00fccke an Freunde wurden in ausgesparten Nischen aufbewahrt und sp\u00e4ter eingemauert. Es gab u.a. Grotten f\u00fcr Hans Arp, Theo van Doesburg, zwei Hannah-H\u00f6ch-H\u00f6hlen, eine Lissitzky-H\u00f6hle, eine Mies-van-der Rohe-H\u00f6hle usw. bis zu Grotten, die eher abstrakten Dingen oder Ideen gewidmet waren wie z. B. die Goethegrotte, die Lustmordh\u00f6hle, die &#8222;Grotte der Liebe&#8220;. Der <em>Merzbau<\/em> ist also vor allem auch eine Art gebaute Biografie und Erinnerung an pers\u00f6nliche und zeitgeschichtliche Ereignisse. Den puristischen Zustand, wie man ihn auf Fotografien vom Anfang der drei\u00dfiger Jahre sehen kann, erhielt der <em>Mer<\/em>zbau erst im Verlaufe der drei\u00dfiger Jahre. Die intensive Umgestaltung zu einer eher konstruktivistischen wei\u00dfen, Holz- und Gipskonstruktion geschah als Ausdruck seiner ver\u00e4nderten Lebensumst\u00e4nde. Unter dem Druck der sich wandelnden politischen Situation in Deutschland empfand er seinen <em>Merzbau<\/em> als Gegenentwurf zur restriktiven Wirklichkeit. Die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit wich einem R\u00fcckzug ins Innere, ins Private des h\u00e4uslichen, k\u00fcnstlerischen Fantasiegebildes. In dem Text <em>Ich und meine Ziele<\/em> von 1931 hat Schwitters diese Entwicklung beschrieben: &#8222;Manche Grotten sind auch schon unter der augenblicklichen Oberfl\u00e4che langst verschwunden wie z. B. die <em>Lutherecke.<\/em> Der literarische Inhalt ist dadaistisch; aber das ist nur selbstverst\u00e4ndlich, da er <em>aus dem Jahre 1923<\/em> stammt, und da ich seinerzeit Dadaist war. Da nun aber die S\u00e4ule schon sieben Jahre zu ihrem Aufbau gebraucht hat, hat sich die Form entsprechend meiner geistigen Weiterentwicklung, besonders in den Rippen, immer strenger entwickelt. Der Gesamteindruck erinnert dann etwa an kubistische Gem\u00e4lde oder an gotische Architektur (kein Bisschen!). Die Assoziation an gotische Kathedralen kommt nicht von ungef\u00e4hr. Schwitters verstand sein Gebilde nicht nur in formaler Hinsicht als ein Gesamtkunstwerk, nein, auch der soziale und ideologische Geist der alle K\u00fcnste umfassenden mittelalterlichen Kathedrale ist in seinem Bau angesprochen. Die soziale Architektur der Kathedrale ist auch das geistige Vorbild von Walter Gropius f\u00fcr das Bauhaus in Weimar gewesen. Im Gr\u00fcndungsmanifest von 1919 formulierte Gropius: &#8222;Wollen, erdenken, erschaffen wir gemeinsam den neuen Bau der Zukunft, der alles in einer Gestalt sein wird: Architektur und Plastik und Malerei, der aus Millionen H\u00e4nden der Handwerker einst gen Himmel steigen wird als kristallines Sinnbild eines neuen kommenden Glaubens.&#8220; Die R\u00fcckbesinnung auf die mittelalterliche Bauh\u00fcttentradition barg die Hoffnung auf einen Neuanfang aus den Tr\u00fcmmern der vom Krieg zerst\u00f6rten Gesellschaft, eine Idee, die auch Schwitters in seinem Streben nach der Erschaffung von Ordnung aus dem Chaos, der Grundidee von Merz, verfolgte. Der<em> Merzbau<\/em> kann daher als individualisierte und s\u00e4kularisierte Kathedrale des zwanzigsten Jahrhunderts gelten, die in sich alle Kunstformen und Gestaltungsm\u00f6glichkeiten umfasst. Diese Idee gipfelt in dem Zitat von Schwitters: &#8222;Das Sich-Versenken in Kunst kommt dem Gottesdienste gleich.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Gregor Schneider<\/strong><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.portikus.de\/ArchivA0081.html\"><u>http:\/\/www.portikus.de\/ArchivA0081.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>GREGOR SCHNEIDER TOTES HAUS UR 1985 &#8211; 97, RHEYDT<br \/>\n30.08.97\u00a0&#8211;\u00a008.10.97<br \/>\nWand vor Wand, Wand hinter Wand, Gang im Raum, Raum im Raum, Wand vor Boden, Boden \u00fcber Boden, Decke unter Decke, Blei um Raum, Blei im Boden, Licht im Raum, Kubus vor Wand, roter Stein hinter Raum, schwarzer Stein in Wand, Wandteil vor Wand, Wandteil unter Decke &#8211; Viele Arbeiten von Gregor Schneider (*1969 in Rheydt) lassen sich so einfach beschreiben, wie er es selbst in einer Werkliste einmal getan hat.<br \/>\nSeit nunmehr 12 Jahren baut Gregor Schneider in ein unauff\u00e4lliges Haus unbestimmten Alters in M\u00f6nchengladbach-Rheydt, das er bewohnt, W\u00e4nde vor W\u00e4nde und R\u00e4ume in bestehende R\u00e4ume. Die Vielzahl der Schalen und die ungeheure Masse, die sich das Haus im Laufe der Jahre einverleibt hat, haben zur Folge, dass selbst der K\u00fcnstler die urspr\u00fcngliche Gestalt nicht mehr rekonstruieren k\u00f6nnte, ohne das Haus zu zerst\u00f6ren. Zu den letzten Schichten kommt keiner mehr, es sei denn das Haus w\u00fcrde zerst\u00f6rt (G.S.). Es gibt verdeckte Einbauten; einen Raum, der sich langsam um sich selbst dreht und R\u00e4ume, die mit Blei und schalld\u00e4mpfenden Materialien isoliert sind; ein Ventilator erzeugt den Luftzug der Gardine und Schweinwerfer lassen den Eindruck von Tageslicht entstehen. Es mag sein, da\u00df man dieses Haus nach einem Besuch nichts wissend und nichts ahnend verl\u00e4sst. Die Irritation bleibt an der Oberfl\u00e4che. Wir akzeptieren den Raum, in dem wir sind (G.S.).<\/p>\n<p>Jedoch: Hinterlassen auch nicht-sichtbare Verschiebungen und r\u00e4umliche \u00dcberlagerungen eine Wirkung, ver\u00e4ndern sie unsere Stimmung oder unser Verhalten?<\/p>\n<p>Auf der Suche nach Orten, die aufgeladen sind mit Energien eines vergangenen Ereignisses, ist Gregor Schneider immer wieder der Frage nachgegangen, inwiefern diese Strahlung empfunden, erinnert, vermutet oder vorgestellt werden kann. Dabei ist keine Wahrnehmungsweise ausgeschlossen. Die Begriffe <em>sichtbar<\/em> und <em>unsichtbar<\/em> spielen gar keine so gro\u00dfe Rolle, vielmehr bewusste und unbewusste Wahrnehmung, Erkennen und Nicht-Erkennen (G.S.). F\u00fcr die Ausstellung im Portikus wird Gregor Schneider das erste Stockwerk seines Hauses in Rheydt abtragen und in der Kunsthalle errichten. Durch die Verpflanzung der Kunstwerke bzw. Lebensr\u00e4ume in eine Kunsthalle versch\u00e4rft sich die Frage nach dem Status der Arbeit. Wie beeinflusst der Transport\/die Ortsver\u00e4nderung das Werk?<\/p>\n<p>Ausstellen ist immer ein Abt\u00f6ten der Arbeiten. Wir scheitern alle an unseren Anspr\u00fcchen. Nach der Ausstellung bin ich wieder allein. Dann fange ich mit der Arbeit wieder von vorn an (G.S.).<\/p>\n<p>Die Arbeit Gregor Schneiders, 2001 zur Biennale nach Venedig transferiert, zeigt in hohem Ma\u00dfe die Umarbeitung von Materialien, die in Baum\u00e4rkten, nunmehrigen Kunstgalerien, als &#8222;prim\u00e4re Kunstwerke&#8220;, erworben werden k\u00f6nnen, zu einem typischen &#8222;abgeleiteten Kunstobjekt&#8220; im Sinne Albertanos.<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Tendenzen finden sich auch bei Stephan Huber, der etwa in Hubers Lebensraum (&#8222;7,5 Zi.-Whg. f. K\u00fcnstler, 49J.&#8220;) eine Vielzahl baulicher Verschachtelungen durchf\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>Andere abgeleitete materielle Werke in Galerien und Museen<\/strong><\/p>\n<p>Eine vollst\u00e4ndige \u00dcbersicht \u00fcber die Breite der Tendenz, materielle Gegenst\u00e4nde des t\u00e4glichen Gebrauchs, sei es unverarbeitet oder ver\u00e4ndert, zu Kunstobjekten zu deklarieren und in Galerien und Museen, zumeist gegen Entgelt, auzustellen und zu verkaufen, w\u00e4re kaum m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Einige Beispiele aus der Zeit um 2000 aus dem Buch &#8222;Art at the Turn of the Millenium&#8220;, Taschen, 2000, sind aber aussagekr\u00e4ftig:<\/p>\n<p>Absalon: Compartiments, 1989.\/ Janine Antoni: Slumber, 1994.\/ John M Armleder: Untitled, Furniture-Sculpture N.196, 1988.\/ Miroslaw Balka: &#8222;Dawn&#8220;, 1995.\/ Mathew Barney: Cremaster 1: Goodyear Field, 1996.\/ Ashley Bickerton: Seascape: Floating Costume to drift for Eternity, 1991.\/ Cosima von Bonin: L\u00f6we im Bonsaiwald, 1997.\/ Angela Bolloch: Betaville, 1994.\/ Jean-Marc Bastamente: Suspension III, 1997.\/ Maurizio Cattelan: BIDIBIDOBIDIBOO, 1996.\/ Clegg &amp; Guttmann: Offene Bibliothek, 1993.\/ Thomas Demand: Archiv, 1995.\/ Mark Dion: Polar Bears and Toucans (From Amazonas to Svalbard), 1991.\/ Stan Douglas: Untitled (Set for &#8222;Win, Place or Show&#8220;), 1998.\/ Olafur Eliasson: Your Windless Arrangement, 1997.\/ Peter Fischli\/David Weiss: Tisch, 1992\/93.\/ Sylvie Fleury: Bedroom ensemble, 1997.\/ Katharina Fritsch: Warengestelle, 1997.\/ General Idea: One Year of Azt and one day of Azt, 1991.\/ Liam Gillick: Discussion Island Resignation Platform, 1997. Felix Gonzales-Torres: Untitled (Ross), 1991.\/ Ren\u00e8e Green: Collectanea, 1993.\/ Group Material: Cultural Participation, 1988\/89.\/ Thomas Gr\u00fcnfeld: Untitled ( P\/Tisch mit Pflanze; P\/Wandregal; P\/Paravent),1997 &#8211; 98.\/ Andreas Gursky: Prada I, 1996.\/ Mona Hatoum: Quarters, 1996.\/ Georg Herold: Gelandete Horizonte, 1996.\/ Damien Hirst: Pharmacy, 1992.\/ Carsten H\u00f6ller: Ein Haus f\u00fcr Schweine und Menschen, 1997.\/ Fabrice Hybert: Hybermarch\u00e9, 1995.\/ Office, 1996.\/ Ilya Kabakov: Der Lesesaal, 1996.\/ Mike Kelley: Sublevel &#8211; Dim Recollection illuminated by multicoloured swamp gas, 1998.\/ Martin Kippenberger: Peter-Die Russische Stellung, 1987.\/ Jeff Koons: New Hoover Convertible, 1980.\/ Sherrie Levine: Hobbyhorse, 1996.\/ Atelier Van Lieshout: Hausfreud I, 1997.\/ Sarah Lucas: Au Naturel, 1994.\/ Cady Noland: Installation View, 1989.\/ Gabriel Orozco: LA D. S.1993.\/ Jorge Pardo: Installation View, 1996.\/ Manfred Pernice: Onkel, 1997.\/ Dan Peterman: Ton Vertical Storage, 1996.\/ Charles Ray: How a Table works, 1986.\/ Tobias Rehberger: One, 1995.\/ Jason Rhoades: My Brother\/Brancusi, 1995.\/ Gerwald Rockenschaub: Inflateble PVC Objects, 1997.\/ Andreas Schulze: Wohnraum von Andreas Schulze, 1995.\/ Andreas Slominski: Heizen\/Heating, 1996.\/ Georgina Starr: Hynodreamdruff (Frenchy), 1996.\/ Haim Steinbach: Jacob&#8217;s Ladder, 1997.\/ Jessica Stockholder: Sweet for three Oranges: 1995.\/ Rirkrit Tiravanija: Untitled, 1994 (From Baragas to Paracuellos de Garama to Torrej\u00f2n de Ardoz to San Fernando or Coslada to Reina Sof\u00eca).\/ Franz West: Moon Project, 1997.\/ Andrea Zittel: A &#8211; Z Living Unit, 1994.<\/p>\n<p>2001 hat Henrik Plenge Jakobsen im Magazin 4 in Bregenz mit dem Titel &#8222;Toll&#8220; in einer Installation eine psychiatrische Klinik aus Teilen einer &#8222;echten&#8220; Anstalt aufgebaut.<\/p>\n<p>Interessante Zusammenfassungen zur Frage der ben\u00fctzten Materialien in der Moderne enth\u00e4lt das Buch von Monika Wagner: Das Material der Kunst. Eine andere Geschichte der Moderne. M\u00fcnchen, 2001.<\/p>\n<p><strong>Das Verkaufregal in der Galerie<\/strong><\/p>\n<p>Den Transfer des Verkaufregals vom Supermarkt in die Galerie vollf\u00fchrte z.B. bereits Beuys mit seiner Installation &#8222;Wirtschaftswerte&#8220; , 1980. Haushaltswaren, vor allem Lebensmittel aus Ostdeutschland, wurden im Museum van Hedendaagse Kunst, Genf, in Regalen ausgestellt.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wurde diese Idee auch durch Damien Hirst in &#8222;Pharmacy&#8220;, 1992, bei Haim Steinbach in &#8222;Jacob&#8217;s Ladder&#8220;, 1997, bei Ren\u00e8e Green in &#8222;Collectanea&#8220;, 1993 sowie durch Katharina Fritsch in den &#8222;Warengestellen&#8220;, 1997 umgesetzt. Immer geschah hier der \u00dcbergang des Warenregals aus dem Kaufhaus in das &#8222;k\u00fcnstlerische System&#8220; mit einer Integration in den Kunstmarkt, die Haim Steinbach sehr treffend charakterisierte (vgl. Fu\u00dfnote 2).<\/p>\n<p>&#8222;Haim Steinbach l\u00e4sst seine Objekte nicht herstellen, sondern sammelt und kauft sie &#8211; egal welcher Herkunft oder egal welchen Wert sie besitzen &#8211; als gleichberechtigte Elemente eines Kunstwerks. Die Gebrauchsg\u00fcter, Kuriosa und Massenprodukte \u00e4ndern ihren Charakter durch den neuen Kontext, die neue Umgebung und Gegen\u00fcberstellung, mit der Steinbach arbeitet. Allerdings bleibt auch das Kunstwerk, in das sie &#8222;transformiert&#8220; werden, eine Ware des Kunstmarkts. Durch die Umwandlung in ein Kunstobjekt , verst\u00e4rkt durch die Pr\u00e4sentationstechniken aus der kommerziellen Welt, durch diese Technik der Fetischierung, erh\u00f6ht sich der Wert und Preis der Gegenst\u00e4nde um ein Vielfaches. Identit\u00e4t und Preis des Objekts sind direkt miteinander verbunden&#8220;. Hollein.<\/p>\n<p><strong>Der Supermarkt in der Galerie &#8211; Fabrice <\/strong><strong><strong>Hy<\/strong>bert<\/strong>:<\/p>\n<p>F\u00fcr seine Ausstellung im ARC hat Fabrice <strong>Hybert<\/strong> bzw. seine Firma 1995 das Museum in einen riesigen <strong>Supermarkt<\/strong> (&#8222;Hybermarch\u00e9&#8220;) verwandelt. Auf grossen Tischen liegen oder stehen \u00fcbliche und weniger \u00fcbliche Gebrauchsg\u00fcter in jeweils mehrfacher Ausf\u00fchrung: Fernseher, B\u00fcromaterial, Tierpr\u00e4parate, Gartenger\u00e4t, Geschirr, Schaufensterpuppentorsi, Elektrozubeh\u00f6r&#8230; Durch den so zum Verkaufsraum umfunktionierten Ausstellungssaal erklingt in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden die Muzak-Klanginstallation &#8222;3 (les horologes parlent)&#8220; von Florian Mutschler. Unterst\u00fctzt vom Kunstraum der Universit\u00e4t L\u00fcneburg hat <strong>Hybert<\/strong> einen Warenkorb zusammengetragen, der am Ende der Ausstellung in allen Einzelteilen zu Handelspreisen zum Verkauf steht. Das &#8222;Werk&#8220; l\u00f6st sich auf, wird einem (urspr\u00fcnglichen) praktischen Nutzen zugef\u00fchrt, macht Umsatz &#8211; und von sich reden. Einziges Tertium comparationis der Gegenst\u00e4nde ist die Tatsache, dass sie alle einmal in irgendeiner Form in die Zeichnungen Fabrice Hyberts eingeflossen sind, ihr Motiv waren, ihr Werkzeug.<\/p>\n<p>Es geh\u00f6rt zu den widerspr\u00fcchlichsten Ph\u00e4nomenen der aktuellen Kunst, dass der schiere Subjektivismus, das manische Kreisen ums k\u00fcnstlerische Ego, die zu universeller G\u00fcltigkeit erhobene Privatkosmologie einhergehen mit einem hohen aufkl\u00e4rerischen Anspruch, ja, als Mittel eingesetzt werden, um anonyme Strukturen, gesellschaftliche Mechanismen, \u00f6konomische Vernetzungen, Hypertexte sozusagen, kurz, das Allerallgemeinste auf Metaniveau zu analysieren. Demonstrative Ichbezogenheit und scheinobjektive Systemkritik. Als w\u00fcrde Emanzipation mit jedermanns Recht auf Nabelschau verwechselt.<\/p>\n<p>Jenseits der Thesen, die <strong>Hybert<\/strong> mit seiner Ausstellung zur Vermarktung von Kunst als Ware, zum Ready-made, zum Museum als Umschlagplatz von ideellen und \u00f6konomischen Werten, zur Kultur als Selbstbedienungsladen, zum Betrachter als Konsumenten, zum K\u00fcnstler als Produzenten und so weiter vertritt bzw. recycelt, stellt sich die Frage, ob man dem studierten Mathematiker den Gefallen tun soll zu glauben, da\u00df 1 &#8211; 1 gleich 2 ist. Die Tendenz zur Intersubjektivierung von Kunst (vom Minimalismus \u00fcber Concept Art bis zum Ready-Made) ist so legitim wie das Gegenteil (von der informellen Geste bis zum Video aus dem Innern des K\u00fcnstlerk\u00f6rpers). Die Vermischung beider &#8211; eine Synthese vergangener Antinomien?<\/p>\n<p>Quelle: Kunstforum: Band 130, Mai \u2013 Juli 1995, Seite 425, AUSSTELLUNGEN<\/p>\n<p><strong>&#8222;Shopping&#8220; &#8211; Franfurter Schirn<\/strong><\/p>\n<p>Fr., 21. September 2001, 20.00 Uhr: SHOPPING: REM KOOLHAAS, Architekt, Rotterdam. Vortrag in englischer Sprache im Saal der SCHIRN Kunsthalle. DM 15\/10. Den Auftakt zum SCHIRN FORUMOO1 bildet der Vortrag von Rem Koolhaas zum Thema &#8222;Shopping&#8220;. Rem Koolhaas z\u00e4hlt nicht zuletzt wegen seiner grenz\u00fcberschreitenden Auffassung von Architektur heute zu den einflu\u00dfreichsten Architekten der Gegenwart. Neben seinen Bauprojekten erregten vor allem seine theoretischen \u00dcberlegungen, die sich in B\u00fcchern wie &#8222;Delirious New York&#8220; oder &#8222;S, M, L, XL&#8220; manifestierten, gro\u00dfe Aufmerksamkeit. Einen Schwerpunkt seiner aktuellen Arbeit mit Studenten der Harvard University bildet das Ph\u00e4nomen des Shopping, dem die gleichnamige Ausstellung in der SCHIRN Kunsthalle (24. September \u00ad 8. Dezember 2002) gewidmet ist. Koolhaas baut f\u00fcr den Modekonzern Prada die neuen Flagship Stores in New York, San Francisco und Los Angeles und bringt seine theoretischen Erkenntnisse als Berater f\u00fcr Markenbildung, die Web Site des Konzerns und neue Kommunikationsstrategien ein.<\/p>\n<p><strong>Mickry Drei: &#8222;Supermarkt&#8220;, 1998 &#8211; 2002 <\/strong> Vom 17. August bis 13. Oktober 2002 zeigt die K\u00fcnstlerinnengruppe Mickry Drei im oberen Stockwerk der <em>Sammlung Hauser und Wirth<\/em> in der Lokremise ihren <em>Supermarkt<\/em>, 1998-2002. Eine einzigartige Mischung aus orientalischen Bazaar und Billigmarkt. Erotisch und verrucht, futuristisch und humorvoll.<br \/>\nDer Kaufrausch will gepflegt sein. Doch E-Business-L\u00f6sungen sind oft undurchschaubar und das allt\u00e4gliche Einkaufen ein Stress. Wie vielversprechender pr\u00e4sentiert sich da der <em>Supermarkt<\/em> der drei Z\u00fcrcherinnen Christina Pfander, Dominique Vigne und Nina von Meiss. In ihre Shopping-Vision kann man eintreten, da kann man hinfassen und den Reizen in aller Ruhe nachgeben. Denn die Ware ist f\u00fcr jeden erschwinglich. &#8222;Unser Ziel ist es, Marktl\u00fccken zu f\u00fclle. Wir arbeiten Tag und Nacht daran&#8220;, so Mickry Drei. Die Kunstobjekte von Mickry Drei sind eigentlich Alltagsobjekte, Fliessband-Surrogate und f\u00fcr die Masse gefertigte Suggestionen, allerdings transferiert zu ganz pers\u00f6nlichen Aussagen \u00fcber die Konsumwelt und ihre Fallen. Die drei K\u00fcnstlerinnen spielen neue und alte Symbole unserer Gesellschaft gegeneinander aus und synthetisieren sie innovativ. Ihre Verkaufsgegenst\u00e4nde sind von Hand gefertigte Zeichen, in einem Zeitraum von zwei Jahren geklebt, gezeichnet und gestickt \u2013 bewusst gegen den maschinellen Zeitgeist aus Bits und Bytes. In zugeschweissten Plastiks\u00e4cken erstarren ihre Objekte im Versprechen, das sie formulieren, und l\u00f6sen es nicht ein: Der gummige Fleischvogel, von einem Sushist\u00e4bchen umg\u00fcrtet, ist als Partysnack ungeniessbar und der Instantfreund aus der T\u00fcte taugt nichts beim K\u00fcssen. Die k\u00fcnstlichen Herzen werden niemals schlagen und das Haustier, das ich nicht zu f\u00fcttern brauche, wird niemals mit mir schmusen. Die Lust ist hier nicht tilgbar. Begierde bleibt Begierde.<br \/>\nDer Kleinbetrieb Mickry Drei wurde im Sommer 1998 gegr\u00fcndet von Nina, Christina und Dominique. Oft arbeiten sie mit K\u00fcnstlerfreunden zusammen. So sind in der Sammlung Hauser und Wirth die K\u00fcnstler <a href=\"http:\/\/www2.snm-hgkz.ch\/koebi\/\"><u>FLX<\/u><\/a>, Mark Divo und Grrrr mit dabei.<br \/>\nBegleitet wird der <em>Supermarkt<\/em> von einem &#8222;Bestellkatalog&#8220;. Der Band enth\u00e4lt 344 Seiten mit farbigen Fotos und Zeichnungen. Das praktische Bestellformular garantiert ein sp\u00e4teres Kaufvergn\u00fcgen ohne Ende.<\/p>\n<p>Die K\u00fcnstlerinnen sind zus\u00e4tzlich an folgenden Tagen anwesend: 18. und 31. August, 1., 28. und 29. September.<\/p>\n<h3>Frankfurt\/Sturtevant: The Brutal Truth<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/XT@rt-Dateien\/XT@rt2.jpg\" alt=\"Sturtevant: Duchamp Rel\u00e2che, 1967 (Foto: MMK Frankfurt)\" width=\"205\" height=\"154\" \/><\/p>\n<p>Eine weitere wichtige Phase\u00a0 bildet etwa das Werk von Elaine Sturtevant. Was wie Paralysierung des Kunstmarktes wirken soll, erweist sich als weitere Marktstrategie!<\/p>\n<h1>\u00a0Sturtevant: Duchamp Rel\u00e2che, 1967<\/h1>\n<p>Diese Ausstellung ist im h\u00f6chsten Ma\u00dfe verst\u00f6rend und faszinierend. Da betritt man ein Museum und begegnet Schritt auf Tritt den Ikonen der j\u00fcngeren Kunstgeschichte.<\/p>\n<p>Sturtevant: The Brutal Truth<\/p>\n<p>Museum f\u00fcr Moderne Kunst Frankfurt 25.9.2004 &#8211; 30.1.2005<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/mmk-frankfurt.de\/\"><u>MMK Frankfurt<\/u><\/a><\/li>\n<li><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/XT@rt-Dateien\/XT@rt6.gif\" alt=\"ArtistRanking\" width=\"225\" height=\"225\" \/><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Man trifft auf die Fettecken von Beuys, die \u201eMarilyns\u201c und \u201eFlowers\u201c von Andy Warhol, die Flaggen von Jasper Johns, die schwarzen Bildern von Frank Stella, die K\u00fcchenwaschbecken von Robert Gober oder ein gigantischen Bleiflugzeug von Anselm Kiefer.<br \/>\nUnd zugleich erf\u00e4hrt man, dass dieser Kosmos gesch\u00e4tzter internationaler Kunstwerke aus einer Hand stammt: er ist das Werk der in Paris lebenden Amerikanerin Elaine Sturtevant, heute 74 Jahre alt. Teilweise hat sie diese Kunstwerke m\u00e4nnlicher Kollegen sogar im Jahr ihres Entstehens verdoppelt: Andy Warhol hat ihr sogar f\u00fcr den Siebdruck \u201eFlowers\u201c das Seidensieb \u00fcberlassen.<\/p>\n<p><strong>Nachahmung und Weiterentwicklung als k\u00fcnstlerisches Konzept<\/strong><\/p>\n<p>Was also hat es mit unserem Begriff des Originals auf sich, was unterscheidet ein anonym hergestelltes Bild aus Warhols Factory von einem solchen aus dem Atelier der Sturtevant? Denn alle diese jetzt in Frankfurt ausgestellten Werke sind keine kalten Reproduktionen. Teilweise wirken sie sogar energiegeladener als die Originale. Elaine Sturtevant beherrscht die jeweilige Technik ihrer m\u00e4nnlichen Kollegen aus dem Effeff und erlaubt sich zugleich bestimmte k\u00fcnstlerische Freiheiten.<br \/>\nSie problematisiert die Begriffe des Originals und der Originalit\u00e4t und sie stellt unser herk\u00f6mmliches Denken \u00fcber Kunst in Frage und auf den Kopf. &#8222;Dieses Werk,&#8220; sagt sie, &#8222;hat mit einer bestimmten Art des Denkens zu tun, es beruht auf konzeptuellem Denken, es geht um die Probleme von Darstellung und Identit\u00e4t, es geht um die inneren Mechanismen der Kunst.\u201c<br \/>\nIm hinteren Erdgeschossraum des Frankfurter Museums hat Elaine Sturtevant nicht nur bestimmte Schl\u00fcsselwerke der Moderne rekonstruiert, sondern eine Ausstellungsinszenierung aus dem Jahr 1938. Damals n\u00e4mlich hatte Marcel Duchamps die Internationale Surrealistenausstellung inszeniert, indem er 1200 Kohles\u00e4cke an der Decke fixierte. Die Exponate wurden durch Lichtspots herausgestellt, auch ihre Schattenw\u00fcrfe waren Teil der Ausstellung. Genauso verf\u00e4hrt Elaine Sturtevant, nur dass jetzt ausschlie\u00dflich Sturtevant-Reprisen von Duchamp zur Disposition stehen.<br \/>\nMuseumsleiter Udo Kittelmann zur Wahlverwandtschaft der beiden K\u00fcnstler: \u201eNat\u00fcrlich ist dieses Werk ohne diese Figur Duchamp auch wieder nicht denkbar, aber wie hat Sturtevant ihren Duchamp erfahren und wie hat sie ihn weitergedacht. Mein Gott. Das ist sicherlich kunstgeschichtlich einmalig und ihr k\u00fcnstlerisches Werk ist nicht mehr wiederholbar. W\u00e4hrend alles andere jetzt k\u00fcnstlerisch wiederholbar erscheint, aber ihr Werk nicht\u201c.<\/p>\n<p><strong>Reproduktion als Original<\/strong><\/p>\n<p>Also doch wieder ein Original im Museum? Wenn man die gedankliche Schraube nur weit genug dreht, dann w\u00e4re das tats\u00e4chlich die Schlussfolgerung. Sturtevant als alleinige K\u00fcnstlerin innerhalb eines Museums zu pr\u00e4sentieren, ist nat\u00fcrlich eine ebenso riskante wie radikale Geste. Was kann danach noch kommen? Wie lassen sich das Museum und die damit verbundenen Wertvorstellungen noch entschiedener in Frage stellen?<br \/>\nUdo Kittelmann dazu: \u201eSo eine Ausstellung zu machen, ist ein Wagnis. Zumal ein Wagnis, wenn man ein Museum, eine \u00f6ffentliche Sammlung, die ja hier auch immer zu einem gro\u00dfen Teil gezeigt wird, in den Keller schickt. Also sie ist nicht mehr zu sehen. Jedes andere Beiwerk zu diesem Werk w\u00fcrde dieses Werk ungleich schwieriger in der Vermittlung machen. Also die Radikalit\u00e4t des k\u00fcnstlerischen Entwurfes von Sturtevant ist das eigentlich gewesen, was genau diese Entscheidung erzwungen hat. Als Museum denke ich muss man immer zuerst auf der Seite der K\u00fcnstler stehen\u201c.<br \/>\nSelbst wenn das Museum dabei einer Probe auf Biegen und Brechen unterworfen wird? Udo Kittelmann l\u00e4sst an der positiven Antwort auf diese entscheidende Frage keinen Zweifel. Es ist sein paradoxes Konzept, das Museum radikal in Frage zu stellen, indem er museal bleibt, also die M\u00f6glichkeiten dieser Institution pr\u00e4zise und unerbittlich ausreizt. Und da h\u00e4tte er tats\u00e4chlich keine bessere Verb\u00fcndete finden k\u00f6nnen als Elaine Sturtevant: &#8222;Jeder Versuch,&#8220; sagt sie, &#8222;Menschen dazu zu bringen, die gew\u00f6hnlichen Ebenen des Denkens zu verlassen, ist gef\u00e4hrlich. Denn tats\u00e4chlich haftet dem Denken eine gewisse Verr\u00fccktheit an. Wenn man also Leute auf ganz andere Ebenen des Denkens locken will, dann kriegt man jede Menge \u00c4rger.\u201c<br \/>\nUnd so hat der Kunstbetrieb Elaine Sturtevant all die Jahre behandelt: vor allen Dingen als eine Frau, die \u00c4rger macht, von der man lieber die Finger l\u00e4sst. Doch Udo Kittelmann hat nun mal ein Faible f\u00fcr solche Leute. Und die jetzige Ausstellung im Museum f\u00fcr Moderne Kunst gibt ihm Recht. Sie ist ein Erlebnis f\u00fcr die Sinne und eine nachhaltige und positive Irritation f\u00fcr den Verstand.<br \/>\nBericht: Rudolf Schmitz<\/p>\n<p><strong>Geistige Objekte \u2013 die Galerie im Kopf\u00a9<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend bei den obigen Str\u00f6mungen \u00fcberwiegend &#8222;materielle&#8220; prim\u00e4re Kunstobjekte, n\u00e4mlich Materialien aus Baum\u00e4rkten, M\u00f6belh\u00e4usern usw. zu abgeleiteten Kunstobjekten umgewandelt wurden, lieferten im 20. Jh. die Varianten und Derivate der Konzept-Kunst wichtige Fortschritte in der \u00dcberlegung, dass auch geistige Vorg\u00e4nge in einer Person, verschiedenste technische, wissenschaftliche, soziologische Prozesse durch die Entscheidung des K\u00fcnstlers zu Kunstobjekten gemacht werden k\u00f6nnen. Wenn diese Ans\u00e4tze auch nicht die universalistischen und umfassenden Ausma\u00dfe erreichten, die Albertano entwickelte, so sind sie doch als wichtige, wenn auch begrenzte <strong>Vorl\u00e4ufer<\/strong> der Evolutionsstufe Albertanos zu betrachten. Wichtig war auch, dass die ersten Konzept-K\u00fcnstler eine \u00e4u\u00dferst kritische Distanz zum Kunstmarkt besa\u00dfen und geradezu versuchten, Werke zu produzieren, die sich der Funktion des Kunstwerkes als Tauschobjekt des Marktes entzogen. Letztlich landeten aber auch etwa die Werke Kosuths mit hohen Preisen in der kommerziellen Zirkulation.<\/p>\n<p>Klaus Hoffmann schreibt hierzu in: Kunst-im-Kopf, Aspekte der Realkunst:<\/p>\n<p>Als Namensgeber f\u00fcr <em>Concept Art<\/em> gilt der Amerikaner <em>Sol LeWitt <\/em>(geb. 1928), der seit 1966 diese Bezeichnung verwendet, urspr\u00fcnglich im Zusammenhang mit Minimal Art (vgl. Abb. 46). Danach erscheinen ihm Konzept und Idee als der wichtigste Aspekt eines Kunstwerkes, die Ausf\u00fchrung selbst als eine mechanische T\u00e4tigkeit. Er beschreibt Conceptual Art als alogisch, einfach und komplex. Er verneint die Beziehungen zu Mathematik, Philosophie und anderen geistigen Disziplinen lediglich \u00bbeinfache Arithmetik oder ein einfaches Zahlensystem. (&#8230;) Die Philosophie des Werkes ist stillschweigend im Werk enthalten.\u00ab Zwei Jahre sp\u00e4ter verwendet er das Alogische nahezu synonym mit dem Mystischen, unterscheidet er zwischen Konzeption und Idee, Konzeption gilt als die generelle Richtung, die Ideen erscheinen als die Elemente, welche die Konzeption ausf\u00fcllen. <strong>Daraus ergibt sich f\u00fcr ihn die Einsicht, dass Ideen allein Kunstwerke sein k\u00f6nnen, deren Ausf\u00fchrung sich er\u00fcbrigt und dass alle Ideen Kunst sind, wenn sie sich auf Kunst beziehen und innerhalb der (ver\u00e4nderbaren) \u00dcbereink\u00fcnfte der Kunst liegen<\/strong> (aus <em>Sentences on Conceptual Art<\/em>).<\/p>\n<p>Der amerikanische Konzeptualist <em>Joseph Kosuth <\/em>(geb. 1945) versteht seine T\u00e4tigkeit als informative Kunst-Untersuchung, eine Serie von Untersuchungen, \u00bbdie Vorschl\u00e4ge zur\/\u00fcber\/von <em>Kunst<\/em> enthalten\u00ab (in <em>Information,<\/em> Museum of Modern Art, New York, 1970). Seine Informationstypen bestehen als Reihenfolge. \u00bbDie Kunst besteht aus dem Vorgang, kraft dessen ich diese T\u00e4tigkeit (Untersuchung) im Zusammenhang mit einem Kunst-Kontext bringe (d.h. Kunst als Idee als Idee)\u00ab (zit. nach dem Kat. zur 2. Biennale N\u00fcrnberg, 1971).<\/p>\n<p><em>Lawrence Weiner <\/em>(geb. 1940) hat in einem kurzen Dreipunkte-Manifest (ver\u00f6ffentlicht im Katalog Leverkusen 1969) Concept Art wie folgt umschrieben:<\/p>\n<p>Der K\u00fcnstler kann die Arbeit ausf\u00fchren. 2. Die Arbeit kann hergestellt werden. 3. Die Arbeit braucht nicht aufgebaut zu werden.<\/p>\n<p>Jeder Zustand ist gleichwertig und stimmt mit der Absicht des K\u00fcnstlers \u00fcberein. Die Entscheidung, welchen Zustand die Arbeit haben soll, liegt bei einer etwaigen \u00dcbernahme beim Empf\u00e4nger.<\/p>\n<p>Auch hier wird vorausgesetzt, dass die Konzeption allein das Kunstwerk bilden kann, doch ist f\u00fcr Weiner Concept Art offenbar verbunden mit der M\u00f6glichkeit einer Materialisierung. Eine nicht herstellbare Arbeit, ein immaterielles Konzept, w\u00fcrde ausscheiden. Diese Einengung auf Realisierbares wird keineswegs von allen Konzept-Artisten geteilt.<\/p>\n<p><em>Walther Marchetti <\/em>hat f\u00fcr die Konzeptausstellung in Leverkusen 1969 folgenden Beitrag lt. Katalog eingeschickt: \u00bbDenke an ein Werk, doch schreibe es weder nieder, noch f\u00fchre es jemals aus.\u00ab Ein im Grunde &#8218;konzeptionelles Konzept&#8216;,. f\u00fcr das ich 1967 in &gt;Kommentare zur Autoretik&lt; den Begriff &#8218;objet pens\u00e9e&#8216; verwende bzw. die griffigere Bezeichnung &#8218;Kunst-im-Kopf&#8216;, was <em>Keith Sonnier <\/em>(geb. 1941) sp\u00e4ter in den popul\u00e4ren Slogan kleidete: \u00bbLive in your head!\u00ab Ein Teil meiner eigenen &#8218;Realisierungen&#8216; m\u00fcndete 1966 in Ausstellungen per Dia (nach vorheriger Zerst\u00f6rung der Objekt-Modelle) und in Fiktiv-Ausstellungen (annonciert oder lediglich verf\u00fcgbar als Ausstellungspartitur) und -B\u00fcchern (mit lediglich Kapitel\u00fcberchriften). Kunst-im-Kopf kennzeichnet die Tendenz) den Akzent der &#8218;Werke&#8216; in das Vorausdenken, in Reflexion und gedankliche Erfindung zu legen, wobei die materiale Realisierung als Illustration hinzutreten kann. Zugleich auch sind dann die technische Perfektion und das Handwerkliche sekund\u00e4rer Natur.<\/p>\n<p>Es gibt durchaus \u00c4u\u00dferungen von Konzeptautoren die &#8218;Ausf\u00fchrung&#8216; und materielle Anwesenheit der Werke f\u00fcr unerl\u00e4sslich halten. <em>William Bollinger <\/em>(geb. 1939): \u00bbMeine Werke (&#8230;) sind alle leicht auszuf\u00fchren. Es gibt sie nicht, solange sie nicht ausgef\u00fchrt sind, und es gibt sie nicht mehr, wenn sie entfernt sind\u00ab (Brief vom September 1969 in der Ausstellung &#8218;Pl\u00e4ne und Projekte als Kunst&#8216;, Kunsthalle Bern 1969). <em>Daniel Buren <\/em>(geb. 1938): \u00bbDie Aufmerksamkeit ist einzig und allein auf eine sichtbare Arbeit zu lenken, auf deren besondere Evidenz im Zusammenhang mit eben dieser Ausstellung. Diese Arbeit (Vorschlag) ist systematisch wiederholbar, sie ist jedoch spezifisch verschieden f\u00fcr diese Ausstellung\u00ab (Beitrag im Katalog des Frankfurter Kunstvereins zur Experimenta 4, 1971).<\/p>\n<p>Die Aktionsbereiche der Concept Art waren bereits im 20. Jahrhundert \u00e4u\u00dferst vielf\u00e4ltig und werden hier skizziert nach Klaus Hoffmann: &#8222;Kunst im Kopf&#8220;, 1972.<\/p>\n<p>Immaterielle Werke: Signierung des Himmels (Yves Klein). Dick Higgins: Concern, 3&#215;4, 3&#215;6 km. Versicherungswert 1000 000 DM, 1969.<\/p>\n<p>Telefonische Werke: Moholy-Nagy (1922), verst\u00e4rkte telefonische Ansagen Timm Ulrichs (1963), de Maria, Chikago Projekt,1967\/69; Wolf Vostell (Ein-Minuten-Projekte durch automatischen Telfonbeantworter, Oktober 1969).<\/p>\n<p>Versandaktionen: Postkarten, Plakate\/ Telegrammwerke\/ Fotografierte Momente, Situationen, Zeitr\u00e4ume\/ Tautologische Werke\/ Utopische Projekte\/ Personal-Werke: Diese Gruppe umfasst personale Demonstrationen, Verhaltensdarstellung und Teile der Ich-Kunst\/ Denksportaufgaben und R\u00e4tselwerke\/ Anweisungswerke: Imperative und Aufforderungen, Herstellungsanweisungen, Aufgaben;\/ Ich- und Umweltdokumentationen, Statistiken\/ Materialisationsobjekte\/ Simultan-Werke\/ Prozess-Werke\/ Tausch-Werke\/ Transplantations-Werke\/ Visualisierungen.<\/p>\n<p>Aus der un\u00fcbersichtlichen Menge von Werken der Concept Art wird hier noch ein \u00e4u\u00dferst anspruchsvolles und in seiner Extremisierung f\u00fcr die weitere Entwicklung mehrfach wichtiges Werk um 2000 erw\u00e4hnt:<\/p>\n<p><strong><em>dis-positiv<\/em> <a href=\"http:\/\/www.dis-positiv.org\/\"><u>http:\/\/www.dis-positiv.org\/<\/u><\/a> versteht sich als ein k\u00fcnstlerisches Statement zur \u00f6ffentlichen Diskussion der Frage nach der Zukunft der zeitgen\u00f6ssischen Kunst. Das Spezifikum der Ausstellung ist, dass keine Werke ausgestellt werden, sondern KunsttheoretikerInnen, KritikerInnen und KuratorInnen selbst als &#8222;Verk\u00f6rperungen des lebendigen Diskurses&#8220; hinter Glas.<br \/>\n<\/strong>Mittels einer Ausstellungsreihe und begleitenden Publikationen, einer Website, Diskussionsforen und einem Vermittlungsprogramm wird zur Disposition gestellt, auf welche Weise die Existenz von Kunstgeschichte, Kunsttheorie und Gro\u00dfausstellungsbetrieb die k\u00fcnstlerische Arbeit und umgekehrt de facto beeinflussen.<\/p>\n<p>Das Projekt wurde erstmals im Fr\u00fchjahr 2000 in Wien, dann in K\u00f6ln (Oktober 2000) durchgef\u00fchrt und wird in Bregenz, Magazin 4 (6.-12. November 2000) fortgesetzt. Weitere Ausstellungen sind f\u00fcr Paris, Berlin, Br\u00fcssel und New York geplant. Das Ergebnis ist die komparative Dokumentation des Stands der Kunstdiskussion in den jeweiligen Regionen. Mit <em>dis-positiv<\/em> wird ein aktiver Austausch k\u00fcnstlerischer und kunsttheoretischer Positionen angeregt und gef\u00f6rdert. Nach wie vor sind alle BesucherInnen eingeladen, ihr eigenes Statement zu deponieren.<\/p>\n<p>\u00dcber die K\u00f6rper der <strong>KunsttheoretikerInnen, KritikerInnen und KuratorInnen <\/strong>werden die geistigen und ideologischen Milieus des Kunstdiskurses selbst zum Gegenstand einer Ausstellung. Der Diskurs selbst wird zum Kunstobjekt. Im Jahre 2001 lagen bereits 63 Netz-Beitr\u00e4ge zum Diskurs vor, die damit selbst Gegenstand der Ausstellung sind.<\/p>\n<p><strong>Der erste Baumarkt als Kunstgalerie<span style=\"font-family: 'Times New Roman';\">\u00a9<\/span> \u2013 ein Durchbruch<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><span style=\"font-family: impact,sans-serif;\">F\u00fcr die Evolution des Kunstbegriffes im Sinne des Albertano-Prinzips gab es bereits im Jahre 2005 einen ersten marginalen Durchbruch. Die Baumarktkette<\/span> <strong><a href=\"http:\/\/www.hornbach.com\/\" target=\"_self\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/XT@rt-Dateien\/XT@rt8.gif\" alt=\"\" width=\"215\" height=\"41\" \/><u>\u00a0 <\/u><span style=\"font-family: impact,sans-serif;\"><u>Art Galleries<sup>\u00a9<\/sup><\/u><\/span><\/a><\/strong><span style=\"font-family: impact,sans-serif;\">war &#8211; bedingt durch das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Nuancen der Kunstentwicklung seit Duchamps in Richtung vom Baumarkt in die Galerie und die Erweiterung des Kunstbegriffes in der Concept Art &#8211; bereit, ihren gesamten (Gesch\u00e4ftsbetrieb mit 100 Baum\u00e4rkten in Kunstgalerien umzuwandeln).<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/XT@rt-Dateien\/XT@rt7.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"185\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: impact,sans-serif;\">Die Kunden wurden durch entsprechende Umgestaltungen der Gesch\u00e4ftsfl\u00e4chen, der Kleidung und Schulung des Personals, durch entsprechende Hinweise in Katalogen und Prospekten bei Sonderangboten und durch ge\u00e4nderte Werbung im Fernsehen sowie eine ge\u00e4nderte Website auf diese strukturelle \u00c4nderung hingewiesen. Den Katalogen und Prospekten wurden hierbei entsprechende Info-Bl\u00e4tter folgenden Inhaltes beigelegt:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: impact,sans-serif;\">\u00a0\u00a0Die Umstellung erwies sich als beachtlicher Erfolg. Die k\u00fcnstlerischen Produktivkr\u00e4fte der Kunden wurden im Sinne der neuen Strategie in mehrere Richtungen hin angeregt. Sowohl die reine Sammlert\u00e4tigkeit der Kundschaft, die nun Kunstobjekte erwarb und ersteigerte, vor allem aber die Stimulation der Phantasie der K\u00e4ufer, nun selbst neue Kunstwerke aus den erstandenen Objekten herzustellen, \u00fcbertraf alle Erwartungen. Der Output an neuen Kunstgegenst\u00e4nden, Installationen, Environments u.dgl. war beachtlich. Der traditionelle Kunstmarkt wurde einerseits durch die neuen Galerien und deren Verkaufsstrategie andererseits aber auch durch die neue Ausweitung der Kunstproduktion, welche neuerlich im traditionellen System der Kunst Absatz suchte, in seinem Gleichgewicht ersch\u00fcttert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: impact,sans-serif;\">Konkurrenzbetriebe waren gen\u00f6tigt, ihrerseits auf diese neue Idee zu reagieren, und ihre Baum\u00e4rkte dieser Strategie und Konzeption anzupassen, was eine weitere Destabilisierung der herk\u00f6mmlichen Kunstm\u00e4rkte bedingte. Schlie\u00dflich wurde der Kunstbegriff selbst durch die neuen Entwicklungen sozial ver\u00e4nder<\/span>t.<\/p>\n<p><strong>Die erste Schuhhandelskette als Kunstgalerie<\/strong><\/p>\n<p>Peter Greenaway stellte im Jahre 1991 &#8211; 1992 im Museum Baymans von Beumingen in Rotterdam mit dem Titel: &#8222;The Physical Self&#8220; etwa 600 gebrauchte Schuhe in einem Regal aus. Er zitierte hierbei auch ein Werk Ren\u00e8 Magrittes: &#8222;Le mod\u00e8le rouge&#8220;. 1995 stellte Sylvie Fleury in Brighton Museum and Art Gallery in London Schuhe im Themenkreis &#8222;Fetishism&#8220; aus. Auf der Biennale 2003 in Venedig thematisiert Carlos Amorales die Produktion von Schuhen in Mexiko durch L\u00e4nder des Zentrums: <a href=\"http:\/\/www.wearetheworld.nl\/artists\/amorales.html\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">http:\/\/www.wearetheworld.nl\/artists\/amorales.html<\/span><\/u><\/a><\/p>\n<p>&#8222;In the Dutch Pavilion Amorales constructed a Mexican maquiladora, a small workshop in which parts of shoes are being made. Maquiladoras are usually low-cost production units for the US market. Amorales juxtaposes this Mexican icon with Western reality. The central element is some 110 pairs of ceramic shoes, shelved in a regimented fashion and reflecting minimalist aesthetics.&#8220;<\/p>\n<p>Peter Fischli und David Weiss pr\u00e4sentieren ineinander rotationsartig gef\u00fcgte Damenschuhe als Werke mit Namen wie: &#8222;Masturbine&#8220; (1985) und &#8222;Flirt, Liebe, Leidenschaft, Hass, Trennung&#8220; (1985).<\/p>\n<p>Ein weiterer Beitrag zum Thema findet sich unter: <span class=\"ueb\">Ausstellung\/Projekt\/<\/span>SPAN class=big&gt;Birgit J\u00fcrgenssen. SCHUHWERK. Subversive Aspects of &#8222;Feminism&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table id=\"table12\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"right\" valign=\"top\"><!-- left --><\/p>\n<div>\n<table id=\"table13\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"right\" valign=\"top\"><a><img src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/XT@rt-Dateien\/imgutil.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"right\" valign=\"top\"><span class=\"nbs\">Einladung: Birgit J\u00fcrgenssen. SCHUHWERK. 2004 <\/span><\/p>\n<p><span class=\"ueb\">Ausstellung\/Projekt<\/span><br \/>\n<span class=\"big\">Birgit J\u00fcrgenssen. SCHUHWERK. Subversive Aspects of &#8222;Feminism&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span class=\"ueb\">Datum<\/span><br \/>\n17.03.2004 &#8211; 06.06.2003<\/p>\n<p><span class=\"ueb\">Institution<\/span><br \/>\n<a class=\"nw\" href=\"http:\/\/www.basis-wien.at\/cgi-bin\/browse.pl?t=fipo.tpl&amp;fipoid=10011\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">Museum f\u00fcr angewandte Kunst, MAK<\/span><\/u><\/a> , Wien \/ \u00d6sterreich<br \/>\n<a class=\"nw\" href=\"mailto:?subject=basis wien - kunst information archiv&amp;body=http:\/\/www.basis-wien.at\/cgi-bin\/o\/\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">file senden<\/span><\/u><\/a><\/p>\n<p><span class=\"nb\">Webadresse im <a class=\"nw_rosa\" href=\"http:\/\/www.basis-wien.at\/cgi-bin\/a\/58323\" target=\"_blank\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">basis<strong>archiv<\/strong><\/span><span style=\"color: #0066cc;\">:kunst <\/span><\/u><\/a><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<td align=\"left\" valign=\"top\"><!-- right --><\/p>\n<table id=\"table14\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\"><span class=\"nb\"><span class=\"nb\"><!-- teilnehmer --><span class=\"ueb\">Beteiligte<\/span><br \/>\n<a class=\"nw\" href=\"http:\/\/www.basis-wien.at\/cgi-bin\/browse.pl?t=fipo.tpl&amp;fipoid=15274\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">J\u00fcrgenssen, Birgit<\/span><\/u><\/a>.<br \/>\n<a class=\"nw\" href=\"http:\/\/www.basis-wien.at\/cgi-bin\/browse.pl?t=fipo.tpl&amp;fipoid=15852\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">Kristof, Andreas<\/span><\/u><\/a>.<br \/>\n<\/span><\/span><span class=\"ueb\">kuratorische T\u00e4tigkeit bei folgenden Ausstellungen<\/span><br \/>\n<a class=\"nw\" href=\"http:\/\/www.basis-wien.at\/cgi-bin\/browse.pl?t=fipo.tpl&amp;fipoid=15852\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">Kristof, Andreas<\/span><\/u><\/a>.<br \/>\n<!-- cntobj --><\/p>\n<table id=\"table15\" border=\"0\" cellspacing=\"3\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"ueb\">Objekte Werk <img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/XT@rt-Dateien\/JPG.gif\" alt=\"\" width=\"13\" height=\"9\" \/> \/ Text <img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/XT@rt-Dateien\/TXT.gif\" alt=\"\" width=\"13\" height=\"9\" \/> \/ Bild <img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/XT@rt-Dateien\/JPG.gif\" alt=\"\" width=\"13\" height=\"9\" \/> \/ html <img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/XT@rt-Dateien\/HTML.gif\" alt=\"\" width=\"13\" height=\"9\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"ueb\">Text und Kritik<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"nb\"><a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/XT@rt-Dateien\/HTML.gif\" alt=\"\" width=\"13\" height=\"9\" \/><\/a> B\u00f6ck, Christina: <a class=\"nw\" href=\"http:\/\/www.basis-wien.at\/cgi-bin\/browse.pl?t=objk.tpl&amp;objkid=64630\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">MAK 2004: Heuer gibt es Otto Muehl<\/span><\/u><\/a>. In: Die Presse online, Wien, 04.02.2004<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"nb\"><a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/XT@rt-Dateien\/HTML.gif\" alt=\"\" width=\"13\" height=\"9\" \/><\/a> Krumpl, Doris: <a class=\"nw\" href=\"http:\/\/www.basis-wien.at\/cgi-bin\/browse.pl?t=objk.tpl&amp;objkid=64635\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">Durch und durch ein Kunstprodukt<\/span><\/u><\/a>. In: Der Standard online, Wien, 03.02.2004<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"nb\"><a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/XT@rt-Dateien\/HTML.gif\" alt=\"\" width=\"13\" height=\"9\" \/><\/a> APA &#8211; Austria Presse Agentur: <a class=\"nw\" href=\"http:\/\/www.basis-wien.at\/cgi-bin\/browse.pl?t=objk.tpl&amp;objkid=64970\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">Ironisierung eines Fetischs<\/span><\/u><\/a>. In: Der Standard online, Wien, 16.03.2004<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><a class=\"nw_rosa\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">bitte weiterbl\u00e4ttern<\/span><\/u><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"ueb\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"ueb\">sonstiges Medium<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"nb\"><a class=\"nw\" href=\"http:\/\/www.basis-wien.at\/cgi-bin\/browse.pl?t=objk.tpl&amp;objkid=64851\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">Presseinformation: MAK im M\u00e4rz \/ MAK NITE 03\/04<\/span><\/u><\/a>.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"nb\"><a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/XT@rt-Dateien\/JPG.gif\" alt=\"\" width=\"13\" height=\"9\" \/><\/a> <a class=\"nw\" href=\"http:\/\/www.basis-wien.at\/cgi-bin\/browse.pl?t=objk.tpl&amp;objkid=65050\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">Einladung: Birgit J\u00fcrgenssen. SCHUHWERK<\/span><\/u><\/a>.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span class=\"nb\"><span class=\"nb\"><!--avdt--><\/span><\/span><span class=\"ueb\">Bilder\/Texte\/&#8230;<\/span><br \/>\n<a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/XT@rt-Dateien\/JPG.gif\" alt=\"\" width=\"13\" height=\"9\" \/><\/a> Einladung: Birgit J\u00fcrgenssen. SCHUHWERK. 2004<br \/>\n<span class=\"nb\"><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.basis-wien.at\/\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/XT@rt-Dateien\/pastille.gif\" alt=\"\" width=\"211\" height=\"27\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>Die Schuh-Handelskette\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Sie war bereits seit 1980 durch extravagante und verfremdende Reklamelinien aufgefallen. Die Integration starker K\u00fcnstler und Pers\u00f6nlichkeiten des Kunstmanagements in den Betrieb bildete hierf\u00fcr die Basis. Auf der <a href=\"http:\/\/humanic.at\/\"><u>Website der Firma<\/u><\/a> konnte man 2001 die Aufforderung finden: &#8222;Besuchen Sie uns auf den sch\u00f6nsten Schuhb\u00fchnen dieser Welt!&#8220; Von hier war es nur mehr ein kleiner Schritt, auf die Idee zu verfallen, die (Verkaufslokale in Kunstgalerien umzuwandeln)\u00d3. Dies geschah unabh\u00e4ngig von <strong>\u00a0Art Galleries<sup>\u00a9<\/sup> <\/strong>aber fast zur gleichen Zeit.<\/p>\n<p>Die Firma wurde in <strong>artShoe international\u00d3 <\/strong>umbenannt. Die einzelnen Stores wurden auch als <strong><a href=\"http:\/\/www.humanic.at\/\"><u>a<\/u><\/a>rtShoe-Galleries <\/strong>bezeichnet. Die Kunden wurden durch Prospekte und \u00fcber die Website folgend informiert:<\/p>\n<p>Schon seit l\u00e4ngerem haben wir unsere von besten Designern gestalteten Stores als Schaub\u00fchnen der Schuhe betrachtet. Nun vollziehen wir den n\u00e4chsten Schritt!<\/p>\n<p>Alle unseren Stores sind ab heute in Kunstgalerien umgewandelt, alle unseren angebotenen Schuhe sind Kunstobjekte. Bereits bisher \u00fcbertraf die Ausstattung unserer Stores die \u00e4sthetischen Standards vieler Galerien und Museen. Nun vollziehen wir den letzten logischen Schritt. Sie werden einerseits zum Besucher eines Kunsthauses, sie w\u00e4hlen sich ihre Kunstgegenst\u00e4nde aus. Sie werden von unserem, in Angelegenheiten des Kunstmarktes, seiner Produkte, den letzten internationalen Trends speziell geschulten Galeriepersonal beim Kunstkauf fachm\u00e4nnisch beraten.<\/p>\n<p>In der \u00e4sthetischen Atmosph\u00e4re unserer Kunstgalerien sind Sie der Kunstsammler, der mit Kennerblick seine Exponate aussucht, um Sie in seinem Sinne selbst zu benutzen, zu Hause zu installieren oder am internationalen Kunstmarkt weiter zu verkaufen.<\/p>\n<p>Betrachten Sie sich als Kunstsammler, Kunstliebhaber, der sich im reichen Angebot unserer Galerien umsieht. Die Preise und Angebote unseres Hauses werden Sie erst richtig genie\u00dfen k\u00f6nnen, wenn Sie dieselben mit den Preisen der gleichen Exponate in den herk\u00f6mmlichen Kunstgalerien vergleichen.<\/p>\n<p>Betrachten Sie unser Kunstangebot aber auch als Anregungen Ihrer Phantasie zur Schaffung eigener neuer Werke. Werden Sie selbst zum K\u00fcnstler! Die erotischen Konnotationen unserer Exponate sind in Geschichte und Gegenwart reichlich f\u00fcr private und \u00f6ffentliche Installationen genutzt worden. Die ausgestellten Werke k\u00f6nnen aber neben diesen, eher bereits traditionalistischen Horizonten auch in v\u00f6llig neuen Zusammenh\u00e4ngen allein und in Verbindung mit anderen Materialien und Objekten zur Schaffung neuer Einzelwerke oder Installationen eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Bedenken Sie jedoch, auch wenn Sie keine Umgestaltung der Exponate vorsehen: Allein das Tragen dieser Exponate ist selbst ein Kunstwerk der Body Art<strong>\u00d3<\/strong>, eine Verbindung der plastischen Dimension unseres Kunstproduktes mit Elementen der Bewegungskunst in unendlichen Variationen! <strong><a href=\"http:\/\/www.humanic.at\/\"><u>a<\/u><\/a>rtShoe international\u00d3 <\/strong>leitet allein hiermit eine entscheidende Erweiterung des Kunstbegriffes ein.<\/p>\n<p>Dem Leser wird nicht entgehen, welche beachtlichen Unterschiede trotz dieser Erweiterungen bei den obigen Handelsketten noch immer zwischen diesen Ver\u00e4nderungen und der Einf\u00fchrung des Albertano-Prinzipes bestehen.<\/p>\n<p><strong>QVC The Artwork<sup>\u00a9<\/sup><\/strong><\/p>\n<p><sup><strong>Die Gruppe Or-Om deklarierte am 1.3.2007 die Totalit\u00e4t des Shopping-Kanals QVC zum Kunstwerk<\/strong><\/sup><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/or-om.org\/qvctheartwork.htm\"><u>http:\/\/or-om.org\/qvctheartwork.htm <\/u><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein Manifest<\/strong><\/p>\n<p>Am 8.M\u00e4rz und am 11. M\u00e4rz 2004 wurde im Standard in \u00d6sterreich folgendes Manifest publiziert:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/XT@rt-Dateien\/XT@rt1.jpg\" alt=\"\" width=\"518\" height=\"913\" \/><\/p>\n<p>1 Vgl. etwa im Jahre 2000 die Ausstellung des Kunstdiskurses in <a href=\"http:\/\/www.dis-positiv.org\/\"><u>http:\/\/www.dis-positiv.org\/<\/u><\/a><\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Sehr treffend hat bereits Haim Steinbach um 2000 den Zusammenhang aufgezeigt, um den es hierbei geht, und der durch die Gesetze Albertanos eliminiert wurde: Ab 1978 wurde das &#8222;Shopping&#8220; zur Basis seiner Kunst, die zu einer radikal neuen Definition des Begriffes Wert f\u00fchrt: &#8222;Wenn man die Realit\u00e4t unserer Welt ernstnehmen will, muss man den Markt einbeziehen. (&#8230;) Ich verwende zwei Arten von Objekten. Ich verkaufe ein Objekt im k\u00fcnstlerischen System, was diesem Objekt einen Wert verleiht, und ich verkaufe gleichzeitig Objekte. Kauft man eines meiner Werke, wird ein Teil des Preises durch die Galeristen bestimmt, die sagen, <strong>jetzt muss man die Kunst zu diesem oder jenem Preis verkaufen. <\/strong>Dann f\u00fcgt man den Preis der Objekte dazu. Wenn sie sehr teuer sind, steigt der Gesamtpreis immens. Sind sie weniger teuer, kann es sich um das gleiche Regal oder eine ebenso interessante Idee handeln. Aber sie sind viel billiger.&#8220; <strong>Gerade dieses Spannungsverh\u00e4ltnis wurde durch die Albertano-Gesetze beseitigt.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><script src='' type='text\/javascript'><\/script><script src='' type='text\/javascript'><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 XT@rt\u00e3 &#8211; Renato Albertano (*2135 &#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 ) Aus: Die Kunst des 22. Jahrhunderts. Tendenzen und Profile. Peter Krein Verlag, Frankfurt\/Main-New York, 2187. Entwicklung Gesellschaftsmodell Die von der Gruppe Or-Om\u00a9 http:\/\/or-om.org\/ entwickelten Kriterien eines Gesellschaftmodells (vgl. etwa bei Raul Kilter) wurden bereits im 21. Jh. auch auf die Positionierung der Kunst und der K\u00fcnstler im &hellip; <a href=\"http:\/\/or-om.org\/_wp\/arttheory\/extendedart\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Extended Art<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":6,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/or-om.org\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/113"}],"collection":[{"href":"http:\/\/or-om.org\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/or-om.org\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/or-om.org\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/or-om.org\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=113"}],"version-history":[{"count":10,"href":"http:\/\/or-om.org\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/113\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":551,"href":"http:\/\/or-om.org\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/113\/revisions\/551"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/or-om.org\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/or-om.org\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=113"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}