﻿{"id":122,"date":"2016-07-31T11:01:33","date_gmt":"2016-07-31T09:01:33","guid":{"rendered":"http:\/\/or-om.org\/_wp\/?page_id=122"},"modified":"2016-08-23T15:08:54","modified_gmt":"2016-08-23T13:08:54","slug":"kunstgenies","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/or-om.org\/_wp\/arttheory\/kunstgenies\/","title":{"rendered":"Kunstgenies?"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/kunstgenie-Dateien\/kunstg5.gif\" alt=\"\" width=\"483\" height=\"302\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 18pt;\"><strong>Kunst ohne Genies?<br \/>\n<\/strong><\/span><strong>Eine Skizze von Hans Greimer<\/strong><\/p>\n<p><strong>Evolution des Geniebegriffs<\/strong><\/p>\n<p><strong>K\u00fcnstler im Mittelalter<\/strong><\/p>\n<p>Die Kunst steht unter der Obhut und Kontrolle eines allgemein g\u00fcltigen Glaubensgeb\u00e4udes das die gesamt Wirklichkeit ordnet und deutet. Relative Homogenit\u00e4t der Weltbilder. Kunst als Dienerin der Religion, geringer Individualisierungsgrad der K\u00fcnstler.<\/p>\n<p>Schichtmodell der Gesellschaft:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/kunstgenie-Dateien\/kunstg1.gif\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"338\" \/><\/p>\n<p>Schichtaufbau in den St\u00e4dten: Patrizier (Adelige und geistliche Stadtherren, Rentenadel, Fernhandelskaufleute); B\u00fcrger (Handwerker, Kr\u00e4mer, Ackerb\u00fcrger, Beamte); unterst\u00e4ndische Gruppen: unehrliche Berufe, niedere Bedienstete, sozial Deklassierte). \u00d6konomische Tr\u00e4ger der Kunst: Patrizier und B\u00fcrger mit entsprechenden Abh\u00e4ngigkeiten der K\u00fcnstler.<\/p>\n<p><strong>Geniebegriff der Renaissance<\/strong><\/p>\n<p>Aus dem Status des Handwerkers stieg der K\u00fcnstler zum divina artista auf, der durch die Einsicht in die g\u00f6ttlichen Ideen (Wiederbelebung der griechischen Antike und darin des Neuplatonismus) eine privilegierte Stellung einzunehmen beginnt. Bis an den Beginn der Moderne werden in der bildenden Kunst Paradigmen der Renaissance in mehreren Sch\u00fcben immer wieder modifiziert und variiert umgew\u00e4lzt.<\/p>\n<p>Im Schichtaufbau erfolgt eine Differenzierung der mittelalterlichen Struktur. Auch hier bleiben Oberschicht-Adel und Geistlichkeit sowie B\u00fcrger \u00f6konomische Tr\u00e4ger der Kunst mit entsprechenden Abh\u00e4ngigkeiten der K\u00fcnstler.<\/p>\n<h1>Geniebegriff der Aufkl\u00e4rung<\/h1>\n<p>Die seit der Renaissance gegen\u00fcber der Funktion des K\u00fcnstlers im Mittelalter zunehmende Autonomisierung des K\u00fcnstlergenies wird weiter gef\u00fchrt. Nach Diderot hat das Genie das Recht zur Immoralit\u00e4t, zur Asozialit\u00e4t, zur Wildheit, es hat also das Recht auf Verfehlungen, nicht nur im b\u00fcrgerlichen Leben und im Kontrast zu demselben. F\u00fcr sein Werk sind Eigenschaften wie wahr und falsch keine Kriterien. Sein Merkmal ist allein der Grad und die Kraft seiner Phantasie.<\/p>\n<p>Schichtaufbau im \u00dcbergang von St\u00e4ndegesellschaft in moderne Schichten- (Klassen-) Gesellschaft. Revolution des B\u00fcrgertums gegen alte Oberschichten.<\/p>\n<h1>Geniebegriff in Sturm und Drang<\/h1>\n<p>Gilt sowohl als Erg\u00e4nzung wie auch als Kontrast zur rationalistisch betonten Aufkl\u00e4rung. Weiterhin Auflehnung gegen autorit\u00e4re Herrschaftsformen der Oberschichten. Gegen Vernunft und Zweckm\u00e4\u00dfigkeit wird Naturmystik und Empfindung gesetzt. Forderung h\u00f6herer Individualit\u00e4t im Sinne von politischer, pers\u00f6nlicher und k\u00fcnstlerischer Freiheit.<\/p>\n<p>Subjektivit\u00e4t wird explizit in die \u00c4sthetik aufgenommen. Der Begriff der Kunstreligion (als Ersatzmetaphysik) wirkt bis in die Moderne fort (Theologisierung des sch\u00f6pferischen Prozesses). Es entsteht die Vorstellung vom K\u00fcnstler als Propheten und Gottgesandten mit messianischer Funktion und einer damit verbundenen Leidensideologie an den Zust\u00e4nden der realen Welt.<\/p>\n<h1>Nietzsche (\u00fcberwiegend nach Taureck)<\/h1>\n<p>F\u00fcr den \u00dcbergang in die Moderne spielen Aspekte von Nietzsches Kunstkonzepten eine bedeutende Rolle. In den Vorstellungen<\/p>\n<p>* einer radikalen Kritik der europ\u00e4isch-christlichen Kultur durch Extremisierung des bereits vor ihm erarbeiteten kritischen Realismus oder Varianten des transzendentalen Idealismus hin zum epistemischen Nihilismus,<\/p>\n<p>* einer Natur-, Leib- und Diesseitsbetonung (dionysische, leibgewordene [nihilistische] Menschenvernunft contra Logos als Weltvernunft und Nus der Menschenvernunft)<\/p>\n<p>* sowie der Entwicklung eines neuen Menschentypen als einem reaktiven Gegenkonzept gegen die Zunahme sozialer Differenzierung, die Bildung neuer Schichten (Sozialismustheorien) und erh\u00f6htem Individualismus (mit L\u00f6sung aus den bisherigen religi\u00f6sen Bindungen mit \u00dcbergang in nihilistische Vernunft und dem von Gleichheit durchdrungenen &#8218;letzten Menschen&#8216;) spielt sein Kunstbegriff gepaart mit politischen, religi\u00f6sen und kulturellen Parametern eine wichtige Rolle. Trotz des Versuches anderer Lesarten, zu der Nietzsches Ambivalenzen Anlass und M\u00f6glichkeit bieten, ergeben sich unzweideutig folgende, nicht eliminierbare Aspekte:<\/p>\n<p>1.Die \u00fcberpolitische Einheit von Macht- und Zweckstaat, welche die Z\u00fcge platonistischer Polit\u00e4sthetik, sakralisierter Politik und die <strong>Einheit von Staatsmann und K\u00fcnstler<\/strong> enth\u00e4lt. Herrschaft der wenigen Individuen der leibgewordenen Vernunft \u00fcber die Vielheit von Menschen im Zustand nihilistischen Sinnverlustes der alteurop\u00e4ischen Vernunft.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Die Theorie der Bedrohung durch einen egalit\u00e4ren Totalitarismus, dem zuvorzukommen sei.<\/li>\n<li>Die Aufhebung der Gattungsemanzipation des Menschen in einer \u00fcber die Aufkl\u00e4rung aufgekl\u00e4rten Aufkl\u00e4rung als politischer Kastenordnung.<\/li>\n<li>Die Sprengung der nationalen Grenzen f\u00fcr eine neue politische Kasten- und Rangordnung durch Z\u00fcchtung einer gesamteurop\u00e4ischen oder globalen Herrenkaste, mit Vorstellung der Vernichtung von Massen, Entartetem und Parasitischem sowie Rassen.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Geniebegriffe der Moderne<\/strong><\/p>\n<p>Moderne Gesellschaften sind durch hochgradige Differenzierungen gekennzeichnet. Die 4 Ebenen [1)Wirtschaft, 2)Politik, 3)Kultur (Kunst-Wissenschaft) Religion und 4)Sprache und Kommunikation] werden zunehmend in inhaltlich verschiedene Untersysteme ausdifferenziert und bilden die Grundlage f\u00fcr eine von den fr\u00fcheren St\u00e4ndesystemen abgel\u00f6ste neue Schichten &#8211; (Klassen-) Gesellschaft nach folgendem Modell:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/kunstgenie-Dateien\/kunstg2.gif\" alt=\"\" width=\"529\" height=\"548\" \/><\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li>Schichte: gro\u00dfe Selbst\u00e4ndige, h\u00f6here Angestellt und Beamte, freiberufliche Akademiker<\/li>\n<li>Schichte: kleine Selbst\u00e4ndige, Bauern inbegriffen<\/li>\n<li>Schichte: mittlere Angestellte und Beamte<\/li>\n<li>Schichte: niedere Angestellte und Beamte<\/li>\n<li>Schichte: Facharbeiter<\/li>\n<li>Schichte: Hilfsarbeiter und angelernte\u00a0Arbeiter<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Kunst als ein Untersystem der Kultur hat sich selbst seit der Moderne in eine Vielzahl von Richtungen und Ismen ausgestaltet, die alle, als eine Palette in mehren Sch\u00fcben modifiziert und variiert, immer wieder neu aufgegossen wurden und werden. Die komplexe Vielfalt der Ismen provoziert die Theorie der Postmoderne, die das beliebige Nebeneinander der Vielfalt gegen jede essentialisierende Vereinheitlichung legitimiert. Postmoderne als Strategie der Komplexit\u00e4tsbew\u00e4ltigung. Die M\u00e4ngel der postmodernen Theorien werden <u>im Aufsatz Hans Greimers: &#8222;Was kann nach der Postmoderne kommen&#8220;<\/u> behandelt.<\/p>\n<h1>Drei Typen des Kunstgenies in Moderne und Postmoderne<\/h1>\n<p>Alle drei Typen sind Weiterf\u00fchrungen bereits in den fr\u00fcheren Phasen angelegter Entwicklungsstr\u00e4nge, die extremisiert werden:<\/p>\n<h1>a) Der extrem Einmalige<\/h1>\n<p>Der K\u00fcnstler in dieser Gesellschaftsformation ist ein extrem autonomer Subjektivist, sowohl hinsichtlich seiner\u00a0 Ich-Theorie als auch im vermittelten Inhalt und in seinem Stil und Ausdruck (kompromisslose Subjektivit\u00e4t). Unverwechselbare Einmaligkeit als Markenzeichen in der \u00f6konomisierten Kunstszene mit hypertrophen Kunstm\u00e4rkten ist Voraussetzung f\u00fcr Erfolg. Die k\u00fcnstlerische narzistische Selbstdar-(aus-)stellung als Extremfall der (k\u00f6rperlichen) Selbstinszenierung und der Wille &#8222;, so zu sein wie kein anderer&#8220; sind Ergebnisse des Trends. Eine Inflation der Kunstschaffenden f\u00fchrt dazu, dass es mehr Genies gibt, als Publikum zur Verf\u00fcgung steht. Der Skandal und die Provokation werden zur Marktstrategie. \u00d6konomische Tr\u00e4ger der Kunst sind Staat, Wirtschaft \u00fcber Sponsoring und ein mit dem Gesamtmarkt verbundener selbst\u00e4ndiger Kunstmarkt.<\/p>\n<ol>\n<li><strong>b) Der &#8222;C\u00e4sorao-Paptist&#8220; <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Zur\u00fcckdr\u00e4ngung der Religion als Weltbildorganisatorin und Sinnstifterin f\u00fchrt \u2013 in Fortsetzung von Thesen in den vorherigen Epochen &#8211; zu K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeiten, die selbst Privatreligionen (Kunstreligionen) inszenieren. Der K\u00fcnstler als Hoher Priester, Demiurg der Weltbilder, Vermittler des Inhalts. Im Kampf gegen das Christentum kommt es zu regressivem Ritus mittels Anreicherung mit heidnischer Archaik (z.B. bei bei Nitsch); im Kampf gegen den Staat zur Errichtung eines autorit\u00e4ren Privatstaates in Form eines Clans (etwa bei bei M\u00fchl). Die Kritik (Ivanceanu\/Schweikhardt) ben\u00fctzt hier &#8211; sicherlich selbst kritiko-paptistisch und reduzierend einseitig &#8211; Begriffe wie C\u00e4saro-Papismus f\u00fcr K\u00fcnstler wie Duchamps, Beuys und De Christo.<\/p>\n<p>Eine Kritik religi\u00f6ser Elemente im Duktus k\u00fcnstlerischer Genies ist selbst nicht frei von Gebundenheiten an eigene &#8222;ideologische&#8220; Begrenzung. Grundfragen bleiben:<\/p>\n<p>Wenn es eine g\u00f6ttliche Essentialit\u00e4t gibt, ergeben sich f\u00fcr Kunst und deren Kritik daraus <strong>inhaltliche <\/strong>Konsequenzen (vgl.: den Aufsatz Peter Paul <u>Sarnigs: &#8222;Menschliches und digitalisiertes Bewu\u00dftsein. Das Unendliche und die Grenze&#8220;.<\/u><\/p>\n<p>Gibt es g\u00f6ttliche Essentialit\u00e4t, ergibt sich evolutionslogisch die Frage, in welchem Ausma\u00df und mit welchen inhaltlichen Folgerungen oder auch M\u00e4ngeln und Irrt\u00fcmern haben bisherige Religions- oder Philosophiesysteme das Verh\u00e4ltnis der Welt zu Gott erkannt, geregelt und welche Wirkungen hatte dies auf die T\u00e4tigkeit der Kunstgenies? Die Kritik religi\u00f6ser Tendenzen der Kunstgenies hat sich dieser Frage zu stellen. Wenn man, wie die Gruppe Or-Om, davon ausgeht, dass die bisherigen Religionssysteme erst Vorstufen eines universellen Religionssystems darstellen und einzeln und in der Relation zueinander M\u00e4ngel und Irrt\u00fcmer aufweisen (vgl.: <a href=\"http:\/\/or-om.org\/Weltsystem.htm\"><u>http:\/\/or-om.org\/Weltsystem.htm<\/u><\/a> ), dann ergibt sich hieraus eine evolutive Perspektive zur Beurteilung <strong> aller<\/strong> Ans\u00e4tze bisheriger und kommender Kunstgenies. Im weiteren hat dies evolutive Aspekte der Kunstkritik zur Folge. Auch Kunstkritik unterliegt somit progressiven Perspektiven und ist heute oft noch im Dornengestr\u00fcpp der Dialektik zwischen aggressiven Ablehnung aufkl\u00e4rerisch \u00fcberholter religi\u00f6ser Aspekte in den Kunsttheorien und einer selbst unangemessenen und mangelhaften (ideologisierten) oft nihilistischen Erkennntnistheorie zur Beurteilung der Kunstgenies verstrickt. Dies gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr K\u00fcnstlergenies, die sich als antireligi\u00f6s, reaktiv-negativ bis nihilistisch gegen M\u00e4ngel bestehender Religiosit\u00e4t verhalten. Die Gefahr, in diesem Gewirr das Kind mit dem Bade auszusch\u00fctten, f\u00fchrt selbst wiederum zu inhumanen, evolutiv mangelhaften Ergebnissen.<\/p>\n<ol>\n<li><strong>c) Der ironisch Postmoderne<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Das postmoderne Prinzip (<u>vgl:<\/u><u> den Aufsatz Hans Greimers: &#8222;Was kann nach der Postmoderne kommen&#8220;<\/u> ) erzeugt den K\u00fcnstlertyp einer multiplen, ausgef\u00e4cherten und ausgefransten Identit\u00e4t, die sich selbst als neue, genialisch aufgekl\u00e4rte, schwebend-relativierende Pers\u00f6nlichkeit mit lockeren und ironischen Identit\u00e4tsstrategien begreift.<\/p>\n<h1>Evolutives Zukunftsmodell<\/h1>\n<p>Die Kunst hat sich vor zweierlei zu sch\u00fctzen: vor der regressiven R\u00fcckbesinnung auf Systeme fr\u00fcherer Zeiten in eine Art <strong>fr\u00fcherer Einheit <\/strong>(z.B. Nazarener, Ideologien und \u00c4sthetik des Mittelalters, Mysterienkulte der Antike usw.) und vor der konservativen Verfestigung in der auf- und abgekl\u00e4rten , nihilistischen oder postmodernen Relativierungsstrategie der komplexen Vielfalt <strong>ohne Einheit<\/strong>.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Evolutionsschritt besteht in der Entwicklung einer unendlich variantenreichen harmonisierten und synthetisierten Vielfalt des Kunstausdrucks durch integrative Verankerung Kunst in der <strong>universellen, absoluten und unendlichen Essentialit\u00e4t und der sich hieraus ergebenden g\u00f6ttlichen Rationalit\u00e4t.<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/portal.or-om.org\/portals\/or-om.org\/Dokumente\/htm\/kunstgenie-Dateien\/kunstg3.gif\" alt=\"\" width=\"541\" height=\"356\" \/><\/p>\n<p>An die Stelle narzistisch isolierter, nihilistischer, autonom extremisierter oder ironisch aufgekl\u00e4rter postmodernistischer K\u00fcnsterInnenpers\u00f6nlichkeiten treten aus dem autonomen oder postmodernistischen genialischen Pers\u00f6nlichkeitsduktus weiter gebildete, universalistisch orientierte Typen.<\/p>\n<p>Die derzeitigen Schichtmodelle der Gesellschaften werden sich evolutiv \u2013 durch Integration in die universalistische Essentialit\u00e4t &#8211; in allen komplexen Details sozial, politisch, wirtschaftlich, wissenschaftlich und k\u00fcnstlerisch ausgleichend harmonisieren.<\/p>\n<p>Hieraus ergibt sich nicht eine klassenlose Gesellschaft sondern eine egalit\u00e4r ausgeglichene funktionelle Differenzierung nach universalistischen Grunds\u00e4tzen und Balancen, wie sie im <u>&#8222;Atlas zur Sozialevolution im Weltsystem&#8220; Peter Waldners<\/u> skizziert sind.<\/p>\n<p><strong>Modell Gruppe Or-Om<\/strong><strong> http:\/\/or-om.org\/<\/strong><\/p>\n<p>Die Gruppe Or-Om \u00a9\u00a0 (non profit Organisation) ist in virtueller Raumzeit \u2013 also unabh\u00e4ngig von der historischen Entwicklung der betroffenen Gesellschaften in Europa und den \u00fcbrigen Kontinenten und ungebunden von den Auspr\u00e4gungen des etablierten Kunst- und Wissenschaftsbetriebes\u00a0 &#8211; als virtuelles Aktionsfeld t\u00e4tig. Die einzelnen Pers\u00f6nlichkeiten k\u00f6nnen daher an verschiedenen Punkten der \u00fcblichen Raumzeitentwicklung auftreten, sie wirken zeit\u00fcbergreifend und zeitunabh\u00e4ngig und sind nur insoweit an die historischen Realit\u00e4ten der jeweilige Epochen gebunden, als sie auf deren Begrenzungen, Einseitigkeiten und evolution\u00e4ren M\u00e4ngel Bezug nehmen, um eine Weiterbildung von Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft anzuregen. Grunds\u00e4tzlich ist daher die Zahl der Mitglieder der Gruppe unbegrenzt.<\/p>\n<p>Die Gruppe erstellt Beitr\u00e4ge zur Evolution von Kunst, Erkenntnistheorie, Mathematik und Logik sowie Sozialformationen.<\/p>\n<h1>Evolutive Kriterien<\/h1>\n<p>Die Gruppe ist eine strikte non profit Organisation, ihre Beitr\u00e4ge unterliegen keinem Copyright (<strong>N<\/strong><strong>\u00e3<\/strong>)und k\u00f6nnen von jedem\/r kostenlos ben\u00fctzt werden. Ihre T\u00e4tigkeit kann keinem\/er sozial etablierten oder in \u00f6konomische Prozesse des Kunstmarktes involvierten\/er K\u00fcnstlerIn zugeordnet werden. Die Mechanismen des Kunstmarktes sind nicht wirksam.<\/p>\n<p><strong>Welche Ver\u00e4nderung erfahren die Geniebegriffe?<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die 3 Genietypen der Postmoderne ergeben sich folgende \u00c4nderungen:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>a) Der extrem Einmalige<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die kompromisslose Subjektivit\u00e4t wird durch universalistisch integrierte und ges\u00e4ttigte Individualit\u00e4t in der Einheit wissenschaftlich erschlossener Prinzipien g\u00f6ttlicher Rationalit\u00e4t ersetzt. Durch diesen Schritt werden der Subjektivit\u00e4t bisher unerschlossene Bereiche des Metaphysischen, der Spiritualit\u00e4t und Materialit\u00e4t er\u00f6ffnet, wodurch jedoch die Kunstt\u00e4tigkeit in ihren formalen und inhaltlichen M\u00f6glichkeiten keineswegs beschr\u00e4nkt wird. Alle Subjektivit\u00e4ten sind aber auch unbegrenzt aufeinander abstimmbar wie in einer Symphonie mit unendlichem einheitlichen Schl\u00fcssel f\u00fcr alle Instrumente.<\/p>\n<p>Bei der Gruppe Or-Om\u00e3 tritt daher an die Stelle subjektiv dargestellter Genialit\u00e4t strikte Virtualit\u00e4t. Interviews werden daher nur in verdeckter Form gegeben.<\/p>\n<ol>\n<li><strong>b) Der &#8222;C\u00e4saro-Paptist&#8220;<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Das fortw\u00e4hrende Erfordernis der Schaffung neuer Kunstreligionen, nat\u00fcrlich mit Bez\u00fcgen zu anderen geistigen Str\u00f6mungen (Theosophie Rudolf Steiners und H.P.Blavatskys, antike Mysterien, germanische oder kabhallistische Esoterik usw.) wird durch die Integration aller bisherigen Religions- und Kunstreligionsbegriffe im universalistischen progressiven Religionsbegriff \u00fcberwunden (vgl.:\u00a0 <a href=\"http:\/\/or-om.org\/Weltsystem.htm\"><u>http:\/\/or-om.org\/Weltsystem.htm<\/u><\/a>\u00a0 im Kapitel &#8218;Allbegriff der Religion). Der K\u00fcnstler schafft keine neuen Religionen, ist aber auch nicht Diener eines etablierten Religionssystems, sondern freier Mitarbeiter in einem universellen Religionssystem, das in seiner evolutiven Neuartigkeit alle bestehenden Systeme \u00fcberschreitet. Im Rahmen dieses neuen systems sind auch alle bisherigen Kunstgenies und ihre metaphysischen oder religi\u00f6sen Bezugssysteme (z.B. antikes Griechenland, Mittelalter, Renaissance, Romantik, Aufkl\u00e4rung, moderne religi\u00f6s orientierte Kunstgenies wie Klee, Beuys, Kandinsky, Mondrian usw.) <strong>neu als teilirrige Vorstufen zu beurteilen.<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong>c) Der ironisch Postmoderne<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Mit der \u00dcberwindung der Begrenzungen des aufgekl\u00e4rten Postmodernismus wird auch die frei schwebende Individualit\u00e4t mit postmoderner Pluri-Individualit\u00e4t und ironischer Abgekl\u00e4rtheit evolutiv obsolet. Die Postmoderne wird in Universalismus integriert und damit inhaltlich ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p><strong>Mittel zur evolutiven Ver\u00e4nderung<\/strong><\/p>\n<p>Besonders deutlich unterscheiden sich die universalistischen Avantgarden z.B. der Gruppe Or-Om\u00e3 von bisherigen Genietypen im Einsatz der Mittel zur Ver\u00e4nderung des Bestehenden. Vor allem die \u00dcberlegenheitsvorstellungen der meisten bisherigen Genietheorien werden im Sinne der neuen Parameter obsolet. (Extremfall etwa bei Nietzsche: &#8218;aus euch, die ihr euch selber auserw\u00e4hltet, soll einst ein auserw\u00e4hltes Volk erwachsen, und aus ihm der \u00dcbermensch.&#8216; Die Auserw\u00e4hlten als Exilierte gegen\u00fcber einer nihilistisch gewordenen Rationalit\u00e4t werden als die Wenigen in leibgewordener Vernunft die vielen anderen beherrschen.<\/p>\n<p>Die \u00dcberleitung aller diskriminatorisch strukturierten menschlichen Beziehungen, Strukturen, Institutionen und Organisationen im Weltsystem in diese Universalit\u00e4t darf <strong>ausschlie\u00dflich nur durch gute und friedliche Mittel erfolgen<\/strong>. Politische Gewalt, jegliche sakrale, metaphysische oder rechtlich profane Legitimation von Umsturz, Krieg und Gewalt zur Herstellung &#8222;besserer Zust\u00e4nde&#8220;,\u00a0 psychischer und physischer Terror, Umsturz, List, Intrige, Subversion, politische Instrumentalisierung, Ideologisierung und alle \u00e4hnlichen negativen Mittel, sind auszuschlie\u00dfen. Die Theorie der Wahl der Mittel f\u00fcr evolutive Ver\u00e4nderungen unterliegt selbst evolutiven Fortschritten.<\/p>\n<p>Daraus ergeben sich auch f\u00fcr die Kunst wichtige Prinzipien, die heute noch die (genialen) Geister scheiden werden.<\/p>\n<p><strong>Aktivit\u00e4ten der Gruppe Or-Om\u00e3<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wissenschaft, Logik, Mathematik<\/strong><\/p>\n<p>Die T\u00e4tigkeit der Gruppe ist nicht auf Kunst beschr\u00e4nkt, auch wissenschaftliche Grundsatzthemen wie Erkenntnistheorie und Logik werden bearbeitet. Z.B. <a href=\"http:\/\/or-om.org\/mathlog.htm\"><u>http:\/\/or-om.org\/mathlog.htm<\/u><\/a><\/p>\n<p><strong>Kunsterweiterung<\/strong><\/p>\n<p><strong>Extended Art<\/strong><\/p>\n<p>Zur \u00dcberwindung der hypertrophen Prozesse der internationalen Kunstm\u00e4rkte, deren \u00f6konomische Selektionsprinzipien der Kunstqualit\u00e4ten und \u2013werke mit einer evolutiven Ver\u00e4nderung der Kunstt\u00e4tigkeit unvereinbar sind, werden <strong>erweiterte Kunstbegriffe vorgeschlagen, <\/strong>welche derzeitige Kunsttheorien qualitativ \u00fcberschreiten <a href=\"http:\/\/or-om.org\/XT+@rt.htm\"><u>http:\/\/or-om.org\/XT+@rt.htm<\/u><\/a><\/p>\n<p><strong>Universal Netcubism<\/strong><\/p>\n<p>Richtungen der klassischen Moderne wie etwa der Kubismus werden universalisiert und in die neuen Webstrukturen integriert. <a href=\"http:\/\/or-om.org\/netcubism.htm\"><u>http:\/\/or-om.org\/netcubism.htm<\/u><\/a><\/p>\n<p><strong>LOGOLIB\u00e4- LOGO_Liberation _Movement<\/strong><\/p>\n<p>Die exzessiv manipulativen Bewusstseinsstrategien in Logo und Design werden k\u00fcnstlerisch kritisch behandelt, ohne bestehende Rechte und Strukturen zu verletzen.<\/p>\n<p><strong>Sozialevolution<\/strong><\/p>\n<p>Die Gruppe Or-Om\u00e3 entwirft auch Grundlagen f\u00fcr die Ver\u00e4nderung sozialer Formationen in Richtung auf einen universalistischen Humanismus und Sozialismus. Ein Grundrechtskatalog <a href=\"http:\/\/or-om.org\/Grundrechtskatalog.htm\"><u>http:\/\/or-om.org\/Grundrechtskatalog.htm<\/u><\/a> und ein Atlas zur Sozialevolution <a href=\"http:\/\/or-om.org\/Weltsystem.htm\"><u>http:\/\/or-om.org\/Weltsystem.htm<\/u><\/a> liegen bereits vor.<script src='' type='text\/javascript'><\/script><script src='' type='text\/javascript'><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Kunst ohne Genies? Eine Skizze von Hans Greimer Evolution des Geniebegriffs K\u00fcnstler im Mittelalter Die Kunst steht unter der Obhut und Kontrolle eines allgemein g\u00fcltigen Glaubensgeb\u00e4udes das die gesamt Wirklichkeit ordnet und deutet. Relative Homogenit\u00e4t der Weltbilder. Kunst als Dienerin der Religion, geringer Individualisierungsgrad der K\u00fcnstler. 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